Dienstag, 26. Dezember 2017

Mein 2017 - ein turbulentes und aufregendes Jahr neigt sich dem Ende zu

Während die weihnachtliche Stimmung langsam in mir ausklingt, blicke ich zurück auf das hinter mir liegende Jahr 2017. Vieles ist passiert, viel habe ich erlebt, gefühlt, gedacht, gemacht. Gefühlt war vor einer Woche Silvester und doch sind so schöne viele Glücksmomente, ein paar wütende Augenblick und auch ein paar Rückschläge passiert, dass Silvester doch schon etwas länger als eine Woche zurück liegen muss.


Fangen wir mal mit den Ausflüge und Wanderungen an. Im Januar nahm ich euch mit auf einen winterlichen Ausflug in den Lippepark Hamm. Dort wollte ich eigentlich im Frühling oder Sommer noch mal vorbeischauen, habe es dann aber irgendwie doch nicht mehr geschafft... Vielleicht kommt das auf meine Wunsch-To-Do-Liste fürs nächste Jahr. Im Februar war ich mit zwei lieben Freundinnen zum Drachensteigen in Katwijk aan Zee. Das hatten zwei von uns der dritten als Zeit-Gutschein zu ihrem Geburtstag geschenkt. Doch dank eines spontanen Schneetages wurde aus dem Drachensteigen nix und wir haben diese unwirklichen Schneeflocken am Strand genossen!

Im April war ich für eine Wanderwoche im Hunsrück und im Mai habe ich die liebe Chantal in der Schweiz besucht! Außerdem war ich zu einer Kopf-frei-bekommen-Wanderung in Bochum unterwegs, nachdem sich bereits erste Anzeichen eines Depressionstiefs bemerkbar machten. Im Juni ging es für drei Wochen zum Zelten und für eine Rundreise nach Kroatien. Mein absolutes Highlight war der Sonnenuntergang in Zadar! Wegen der Leishmaniose ist Mina immer noch sehr hitzeempfindlich und hat deshalb alleine Urlaub im Bayerischen Wald bei ihrer Oma (sprich: meiner Mutter) gemacht.

Die nördlichste Kolonie freilebender Flamingos habe ich im August besucht! Außerdem war ich in der blühenden Westruper Heide, während ich mir über einige Dinge klar werden musste um auf einen "Notfall"-Termin bei meiner ehemaligen Therapeutin vorbereitet zu sein. Ende August war ich auf eine Bloggertour durch den Emscher Landschaftspark und für einen sehr sonnigen Sommertag in Katwijk aan Zee. Im September habe ich euch mitgenommen zu einer Waldrunde in Gevelsberg und für ein verlängertes Wochenende in einem umgebauten Bauwagen im Sauerland. Ganz nebenbei habe ich dann an der Emscher noch eine Libelle gerettet! Im Herbst war meine Oma nach Jahrzehnten das erste Mal wieder in Dortmund, wo sie selbst einige Jahre nach dem Krieg gewohnt hatte. Die Tage waren sehr aufregend und für sie war so vieles so fremd... Im November war eine sehr liebe Freundin (die gleichzeitig auch die Mutter meines Patenkindes ist) für ein Wochenende zu Besuch bei mir und wir hatten eine herrliche Freundinnenzeit!

Kreativ war auch so einiges los: ich war bei einem Handlettering-Workshop mit Kirsten von gelbkariert, habe ein paar Bilder (z. B. hier und hier oder das hier) gemalt um mich innerlich zu finden und habe dann auch eine Art Kunsttherapiekurs besucht. Außerdem habe ich zweimal einen Begriff in die Weiten des Instagram-Universums geworfen und jeder konnte malen/zeichnen/kleben/etc., was ihm dazu einfiel. Da kamen echt einige schöne Bilder zusammen! Vor kurzem war ich bei einem Workshop zum Thema Lithographie und Flachdruckverfahren und habe einige tolle Bilder gedruckt! 

Genäht habe ich dieses Jahr hauptsächlich Geschenke! So gab es eine Pixi-Buchhülle für mein Patenkind, eine Mutterpasshülle zur verkündeten Schwangerschaft einer Freundin und eine Puppentrage zu einem zweiten Geburtstag. Für mich selbst gab es ein Flamingo-Tshirt und einen Weihnachts-Rentier-Pulli :-)

Im Juli habe ich gemeinsam mit einigen von euch eine Woche lang jeden Tag 5 Minuten vergeudet. Einfach weil es gut tut und innerhalb weniger Minuten den Kopf so schön frei macht!

Auch in Bezug auf mich als Zwillingsschwester einer behinderten Frau ist einiges in meinem Kopf, aber auch im Außen passiert. Hier habe ich euch erzählt, warum "behindert" in meinen Augen echt kein Schimpfwort ist und was meine Zwillingsschwester eigentlich davon hält. Genauso wird immer wieder davon ausgegangen, dass ich depressiv bin, weil meine Zwillingsschwester behindert ist. Meine Meinung dazu lest ihr hier. Im Herbst war ich das erste Mal bei einem Geschwister-Meeting, was mir richtig gut gefallen hat!

An Rezepten habe ich dieses Jahr gar nicht so viele verbloggt. Im Frühling zeigte ich euch ein Brennesselpesto. Im Sommer habe ich euch hier meine liebsten Sommergetränke und hier ein Süßkartoffeleis gezeigt. Auf Instagram war ich da fleißiger und habe immer mal wieder gesundes Essen gezeigt :-) So z. B. meine erste Bohnensuppe, rohvegane Schokolade, einen Nuss-Brotaufstrich, schokoladige Quinoa-Pops, Schoko-Hummus, Wasserkefir, Energyballs, Pilzgerichte mit selbstgesammelten Pilzen, Müsliriegel, Cold-Brew-Coffee-Bananen-Smoothie... Ein ungesunder Gegenpart durfte aber natürlich nie fehlen ;-)

Aus familiären Gründen haben wir dieses Jahr Weihnachten schon sehr früh gefeiert. So entstehen mal eben nebenbei neue Traditionen. Sowohl für meine Familienweihnachtsfeier, als auch für die "pünktliche" Weihnachtsfeier mit der Familie meines Freundes.

Leider hatte ich dieses Jahr einen Wasserrohrbruch im Bad und nun seit drei Wochen kein Internet mehr (ein Ende ist noch nicht in Sicht, weil sich partout kein Techniker bei mir meldet... aber dank einer lieben Nachbarin kann ich ihr WLAN nutzen!) :-/ Aber ich versuche einfach möglichst viel im JETZT zu sein...

Natürlich hat mich meine Depression auch in diesem Jahr begleitet. Nun ist sie ganz offiziell seit 4 Jahren ein Bestandteil meines Lebens. Doch nach und nach entdecke ich immer mehr, was die Auslöser eines Tiefs sind. Hier habe ich euch von meinen Glaubenssätzen erzählt und wie sie lange Zeit mein Leben bestimmten. Auch mein Alltag sieht an einigen Tagen nach wie vor anders aus, als von Menschen, die nicht von Depressionen betroffen sind. Vollzeit-Arbeitstage hauen mich immer noch aus der Bahn, so selten sie wegen meiner bewussten Stundenreduzierung auch geworden sind. Immer noch habe ich Dissoziationen, wenn mein Körper mit zu vielen Emotionen gleichzeitig nicht umgehen kann. Eine war so überraschend und anfangs unbemerkt für mich, dass ich mich aus Versehen selbst am Unterarm verbrannt habe, weil ich die Hitze nicht spürte. Der Arzt diagnostizierte mir hinterher eine Verbrennung 2. - 3. Grades... Doch ich lerne immer besser auf mich und meinen Körper zu hören und ich versuche mir Lösungen zu suchen.

Außerdem habe ich eine sehr klare Meinung dazu, dass Suizid kein Tabuthema mehr sein darf! Genauso wie Depression eine Krankheit ist und nichts anderes. Über die unfassbare Geschichte von Mrs. Piieep und ihre Therapeutensuche habe ich euch hier berichtet.

Es gibt einiges, wofür ich meiner Depression dankbar bin. Deshalb habe ich ihr einen Dankesbrief geschrieben! Wie meine Depression zur Zeit mit Stress umgeht und wie sich das ganze körperlich bei mir äußert, habe ich euch ebenfalls beschrieben. Ohne meine Krankheit hätte ich so wunderbare Menschen wie Markus Bock oder Tobi Katze niemals lesen gehört und kennengelernt!

Ein ganz besonderes Highlight war meine Onlineshop-Eröffnung im März :-) ! Einige Monate habe ich hier drauf hingearbeitet und mir vieles selbst beigebracht. Es war eine sehr spannende Zeit und ich musste über einige Schatten springen, um mich nicht von meinem Kopf von meiner Idee abbringen zu lassen. Umso mehr habe ich mich über all die positiven Resonanzen auf allen möglichen Kanälen gefreut! Als dann noch die ersten Bestellungen eintrudelten, ging mein Herz immer mehr auf! Mir tat es sehr gut, dass eine solche Herzensidee mit so vielen investierten Stunden und mega viel Herzblut auf so positive Feedback stieß! :-)

Auch Presse-/Medien-mäßig war es ein aufregendes Jahr! Mein Blog wurde als einer von den Top-9-Depressionsblogs ausgezeichnet. Der österreichische Kurier hat mich hier in einer Sonderausgabe zum Thema Depression vorgestellt. Im November war ich in einem Radiobeitrag von Deutschlandfunk Nova zum Thema "Therapeutensuche" zu hören. Und ganz aktuell findet ihr einen echt sehr schönen Artikel in den Ruhr Nachrichten über mich, meinen Blog und meinen Shop!

Leider gab es auch sehr traurige Momente: zwei Bekannte von mir sind dieses Jahr überraschend an Krebs verstorben. Im April erreichnet mich die Nachricht, dass eine Bekannte von mir an ihrem zurückgekehrten Brustkrebs gestorben ist. Für mich kam das total überraschend... Erinnert ihr euch noch an Debo von sehenswert. und unser tolles Fotoshooting letztes Jahr im November? Sie kämpfte zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Monaten gegen den Krebs, aber es sah recht gut aus. Doch dann im Sommer verschlechterte sich ihr Zustand, aber Debos Kampfgeist war davon unbeeindruckt. Als ich dann im August in der Westruper Heide war, habe ich aus einem Gefühl heraus ihr und Chantal geschrieben, weil wir 2016 genau dort ein Fotoshooting mit Chantal hatten. Es war einfach eine spontane Eingebung gewesen, dass ich beiden schrieb, dass ich gerade an sie denke. Zwei Tage später erreichte mich die Todesnachricht von Debo, die viel zu jung gestorben ist...

Ihr seht, es war viel los. Ich bin am Anfang eines Jahresrückblicks selbst gespannt, was ich da gleich zusammenfassend schreiben werde. Auf diese Art erinnere ich mich an Dinge, die ich bereits nicht mehr auf dem Schirm hatte, obwohl sie ja eigentlich richtig toll oder zumindest erinnerungswürdig sind!

Vielen Dank an euch, dass ihr so fleißig bei mir lest, kommentiert und mir schreibt! Positives Feedback bedeutet mir sehr viel und zeigt mir, dass ich nicht allein bin und meine Texte und Bilder irgendwo bei irgendwem etwas bewirken! Danke!

Ich wünsche euch schon jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr und bin gespannt, was uns dort alles erwarten wird!

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Therapeutensuche - eine unfassbare Geschichte und ihre Konsequenzen

Ihr Lieben,

heute kommt etwas, das so gar nicht weihnachtlich und besinnlich ist. Doch die Geschichte macht mich fassungslos und wütend, seit ich das erste Mal bei Mrs. Piieep von ihrer derzeitigen Situation gelesen habe.

Ich "kenne" Mrs. Piieep nun schon seit einigen Monaten über Instagram. Dort berichtet sie über ihre psychische Erkrankung, ihre Klinikaufenthalte und vor allem auch über ihr ganz normales Alltagsleben.
Mrs Piieep Therapeutensuche Therapie Therapiewechsel Therapeut PTBS Depression
Bildrechte: Mrs. Piieep

Doch wer jetzt denkt, es ist alles grau und schwarz, der liegt falsch. Mrs. Piieep berichtet natürlich auch über die tiefen Abgründe, die sich immer wieder auftun (ohne jedoch zu sehr ins Negative zu kommen, wie es bei manchen Accounts von Menschen mit psychischen Erkrankungen der Fall ist). Sie nimmt uns mit zu ihren Katzen, ihren Spaziergängen und Hunde-Sittingrunden und zeigt, was sie Kreatives gemacht hat. Ihr Account strahlt für mich sehr viel Energie, Mut und (Über-)Lebenswillen aus. Anfang des Jahres hatte sie sehr ausgeprägte Suizidgedanken. Gerade noch rechtzeitig hat sie sich an ihre Therapeutin gewand und sich so Hilfe gesucht. Doch umso schockierter war ich, als ich letzte Woche bei ihr las, dass sie einige Tage vorher bei ihrer Therapeutin war und dieser Termin ihr mal eben alles über den Haufen geworfen hat: eigentlich steht Mrs. Piieep kurz vor einer erneuten Einweisung in die Klinik, doch die Therapeutin hat sie mit dem plötzlich nahen Therapieende konfrontiert, Dinge geäußert und ein Verhalten an den Tag gelegt, das niemand von seiner Therapeutin erwarten kann.

Deshalb schrieb ich Mrs. Piieep an und fragte, ob sie über diesen für mich so unfassbaren Vorfall und die daraus entstehenden Konsequenzen für sie hier auf meinem Blog erzählen möchte. Und so entstand die Idee eines Interviews, in dem es genau darum geht:


Liebe Mrs. Piieep! Über Instagram habe ich in der letzten Zeit mitverfolgt, wie sich bei dir einige Dinge ereigneten, die ich mir so nicht hätte vorstellen können. Deine Therapeutin hat dich in einer Sitzung mit ihren Worten sehr überrascht und enttäuscht. Magst du uns hiervon etwas erzählen? 

Ja, sehr gerne würde ich darüber berichten. Es war ein Freitag und die letzte Zeit hatte ich sehr unregelmäßig Therapiesitzungen. Somit konnte es gut sein dass ich gute 3 bis 4 Wochen Pausen zwischen den Sitzungen hatte. An dem besagten Freitag hatte ich aber meinen letzten Termin bevor meine Therapeutin ca. 4 Wochen Urlaub hatte. Da es mir die letzte Zeit immer schlechter ging und die unregelmäßigen Therapiesitzungen ihren Teil dazu bei trugen, bereitete ich mich auf diese Sitzung vor. Indem ich zum einen ein Thema bzw. einen Flashback aufschrieb, worüber ich dringend vor diesen 4 Wochen Therapie freier Zeit und den Weihnachtsfeiertagen reden wollte, da mich dieses Thema sehr belastete. Und zum anderen war mein Plan anzusprechen, dass diese Unregelmäßigkeit in den Therapieterminen für mich momentan nicht tragbar ist und ich mir wünschen würde regelmäßiger kommen zu dürfen.

Doch mein Plan wurde sehr schnell über den Haufen geworfen. Ich betrat das Behandlungszimmer und anstatt zu fragen, wie es mir geht und wie ich die letzten Wochen verbracht (oder in meinen momentanen Fall) überstanden habe, legte sie einen Brief meiner Krankenkasse auf den Tisch. Sie berichtete mir, dass die Krankenkasse über meine momentane Situation erfahren möchte und darüber ob ich dazu in der Lage bin zu arbeiten. Ich war irritiert und fragte meine Therapeutin, wieso die Krankenkasse so etwas mitten in einer Therapie wissen möchte und nicht dann, wenn sie sich dem Ende zuneigt. Darauf sagte meine Therapeutin absolut gelassen, dass die Therapie ja in 4 Sitzungen beendet wäre. Das war der Zeitpunkt in dem mir die Tränen in die Augen schossen. Ich schaute sie ängstlich an und musste mich mehrmals räuspern bis ich wieder eine Stimme hatte und etwas dazu sagen konnte. Meine Therapeutin berichtete mir, dass in 4 Sitzungen meine Kurzzeittherapie beendet wäre und sie es ablehnt eine Verlängerung zu beantragen. Dies würde jedoch keineswegs daran liegen, dass ich die nicht absolut nötig hätte. Nein, sie wäre der festen Überzeugung, dass ich definitiv noch weitere Therapiesitzungen benötige. Jedoch müsse sie um eine Langzeittherapie zu beantragen einen Bericht verfassen für den sie nach ihrer Aussage zu wenig honoriert wird und dann würde diesen jemand vom MDK (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) lesen und über  mich und sie urteilen ohne uns zu kennen. Und diesen Antrag dann selbstverständlich ablehnen, weil alle Mitarbeiter des MDKs darauf gedrillt wären alles ab zu lehnen. Desweiteren sagte sie, ich zitiere: „Ich müsste Sie schon verdammt lieb haben, um eine Verlängerung für Sie zu beantragen. Indem ich nur Kurzeittherapien anbiete, verdiene ich mehr Geld.". Jetzt war es so weit, ich saß dort wie ein Häufchen elend. Ich, die am Anfang des Jahres vor lauter Hoffnungslosigkeit suizidgefährdet war, soll in 4 Sitzungen ohne Therapieplatz dastehen und das, obwohl es mir alles andere als gut geht. Ich fing an sie anzuflehen bitte zu verlängern und überlegte irgendwie Geld aufzutreiben, das ich ihr geben könnte, da ihr die Arbeit des Berichtsschreiben ja zu wenig Geld einbringen würde. Jedoch sagte ich ihr nichts davon, dass ich überlegte ihr Geld, das ich nicht habe, anzubieten. Sie sagte mir, ich solle mir einen anderen Therapeuten suchen und nannte mir einige Anhaltspunkte, an die ich mich halten solle. Ich verließ also am 08.12.17, kurz vor Weihnachten, die Räumlichkeiten meiner Therapeutin und war so hoffnungslos und auswegslos wie schon lange nicht mehr, da meine Therapeutin mir ja weiß machen wollte, dass die Krankenkasse die Böse ist und ich jetzt einen Weg finden müsse die Krankenkasse „austricksen zu können“, damit ich einen neuen Theraieplatz bekomme. Denn eigentlich hätte ich ja jetzt 2 Jahre Sperrfrist. Das heißt, ich müsste 2 Jahre Therapiepause machen, da meine Therapeutin ja ablehnte einen Verlängerungsantrag zu stellen.


Mrs Piieep Therapeutensuche Therapie Therapiewechsel Therapeut PTBS Depression
Bildrechte: Mrs. Piieep
 
Wie lange warst du bisher bei ihr in Therapie? Welche Art der Therapie bietet sie an? 

Ich habe im Jahr 2013 meine 1. Verhaltenstherapie aufgrund von Depressionen bei ihr begonnen. Diese dauerte 24 oder 25 Sitzungen. Danach ging es mir viel besser, ich nahm 40 kg ab, begann eine neue Ausbildung und heiratete. Im Frühjahr 2016 begannen meine Flashbacks. Ich meldete mich bei meiner Therapeutin, denn sie versicherte mir, dass ich mich jeder Zeit bei ihr melden könne und ich dann terminlich bevorzugt behandelt werde, da ich ja bereits eine Therapie bei ihr abgeschlossen habe. Ich erzählte ihr also bei dem 1. Termin über die Flashbacks und bekam recht zügig von meiner Psychiaterin die Diagnose PTBS (Posttraumathische Belastungsstörung). Meine Therapeutin versicherte mir, dass sie zwar kein Zertifikat bezüglich Traumatherapie habe, diese aber absolut mit mir durchführen könne. Also begann ich im Herbst 2016 meine ambulante Traumatherapie, da ich vom Frühjahr bis Herbst warten musste um die 2 Jahre Sperrfrist zwischen 2 Therapien einzuhalten.

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Bildrechte: Mrs. Piieep

Wie war euer Verhältnis bisher zueinander? Hast du dich dort sicher und verstanden gefühlt? 

Unser Verhältnis würde ich als sehr vertraut beschreiben. Ich habe ihr alles, was mir in meinem Leben angetan wurde, erzählt. Die intimsten Dinge, die größten Sorgen, wenn mich Menschen (auch enge Verwandte) nach einer guten Therapeutin fragten, dann sagte ich immer ihren Namen. Als ich dann im Frühling 2017 akute Suizidgedanken bis hin zu Suizidplänen hatte, war sie die Person der ich nach meinem Mann davon erzählt habe und um Hilfe bat. Meiner Psychiaterin habe ich davon nicht erzählt. Ich habe die  Handynummer meiner Therapeutin bekommen über die ich mich jeder Zeit melden sollte, falls akute Suizidalität besteht. Doch sie bat mich mit meiner Psychiaterin auch darüber zu sprechen und ich tat es und kam so im April 2017 in die psychiatrische Klinik. Von dort aus hielt ich meine Therapeutin auf dem laufenden. Ich meldete mich regelmäßig bei ihr. Ich habe ihr ja versprochen mich nicht umzubringen und zu kämpfen und davon habe ich ihr berichtet. Als ich von der Psychiatrie in die psychosomatische Klinik kam um dort Traumatherapie zu machen und meine entwickelte Essstörung zu behandeln, rief ich meine Therapeutin an. Sowohl die Ärzte aus der Psychiatrie, als auch die Ärzte aus der Psychosomatik rieten mir nach meinem viermonatigem Klinikaufenthalt eine ambulante Langzeit-Traumatherapie zu machen. Also fragte ich meine Therapeutin am Telefon, ob sie bereit wäre dies zu tun. Sie antwortete mit "Ja". Sie sagte, wir würden dann rechtzeitig den Antrag zur Verlängerung meiner derzeitig noch laufenden Kurzzeittherapie stellen. Ich solle mir keine Gedanken machen, wir bekämen das alles hin. Ich vertraue nicht vielen Menschen, aber ihr habe ich absolut vertraut.

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Bildrechte: Mrs. Piieep

Wie fühlte sich ihr Verhalten in der letzten Therapiesitzung dir gegenüber an? Wie fühltest du dich in den Tagen danach?

In dem Moment, als sie mir sagte, sie würde die Therapie nicht verlängern aufgrund der Gründe, die ich ja bereits beschrieb, zweifelte ich an den Krankenkassen, an dem deutschen System mit psychischkranken Menschen umzugehen. Ich war völlig verzweifelt und die massive Hoffnungslosigkeit, die mich Anfang des Jahres ja bereits zu Suizidgedanken führte, kam wieder. Ich dachte, ich muss jetzt 2 Jahre warten. Warten mit den Symptomen meiner Erkrankung, die ich kaum noch ertragen kann. Mit Flashbacks, kaum Gerüche oder Berührungen ertragen können bis hin zur Isolation der Außenwelt aufgrund von großer, großer Angst und keinem Vertrauen in die Menschheit. Das wäre mein Untergang gewesen.. dachte ich.

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Du hast in einem deiner IG-Beiträge geschrieben, dass du kurz vor dieser besagten Therapiesitzung bei deiner Psychaterin warst und ihr euch gemeinsam zu einer erneuten Einweisung in die Psychatrie bzw. Traumaklinik entschieden habt. Wie hat deine Therapeutin hierauf reagiert und hat sie irgendwie begründet, dass sie in genau einer solche Phase mit ihrer ablehnenden Haltung die Therapie quasi beendet? 

Genau, ich unterbrach meine Therapeutin sogar bei ihrer Rede über böse Krankenkassen um ihr davon zu berichten. Denn wie ich ja oben beschrieben habe, fragte sie mich ja an diesem besagtem Tag nichtmal wie es mir geht. Also erzählte ich ihr, dass ich die langen Pausen zwischen 2 Sitzungen, die 3 bis 4 Wochen andauerten, nicht tragen könnte. (Das ist erst seit einigen Monaten so. Vorher hatte ich einmal wöchentlich Therapie, doch mit der Zeit hatte sie keine Therapiestunden mehr für mich frei oder sagte einen Termin ab und bis zum nächsten waren lange Wartezeiten. Ich versuchte schon immer recht lange zu planen, so dass meine Termine gesichert waren, doch auch dann hatte ich sehr oft Pech und musste lange bis zum nächsten Termin warten.) Dass meine Flashbacks so massiv geworden sind, dass ich mich teilweise 2 Stunden lang nicht mehr bewegen kann und wie eingefroren da sitze oder liege. Ich berichtete ihr, dass meine Medikamente, die in der psychosomatischen Klinik so schön reduziert werden konnten, wieder erhöht wurden und ich erneut Bedarfsmedikation (zur Beruhigung) nehmen muss, weil ich den Zustand sonst nicht ertragen kann. Sie wirkte darauf völlig gelassen. Ja, ein Klinikaufenthalt wäre sehr sinnvoll und ich solle unbedingt versuchen die „Lücken“, die die Krankenkasse in ihrer „Planung, keine Therapien zu bewilligen“ gelassen hat auszunutzen. Sie gab mir Tipps, z. B. die Therapieform zu wechseln oder mal in einer psychiatrischen Institutsambulanz zu fragen, ob sie mich therapieren würden. Jedoch sagte sie mir gleich, dass die Wartezeiten von 6 Monaten bis hin zu einem Jahr andauern würden und, dass das ein harter Kampf wäre. Ich ja aber eine Kämpferin wäre und ich das schon schaffen würde.

Mrs Piieep Therapeutensuche Therapie Therapiewechsel Therapeut PTBS Depression
Bildrechte: Mrs. Piieep

Was hast du in der Woche nach der besagten Sitzung herausgefunden? Wie kann es für dich weitergehen? Welche Möglichkeiten hast du, um weiterhin in therapeutischer Begleitung zu sein? Ist dies überhaupt nahtlos möglich, nachdem deine Therapeutin quasi von jetzt auf gleich die Therapie beendet hat? Wer hat dir hierbei Auskunft geben / dir weiterhelfen können? 

Nach dem besagten Freitag steckte ich für einen Moment den Kopf in den Sand und erklärte die Lage für sussichtslos. Mein Mann, der meine größte Stütze ist, erzählte unserem Trauzeugen von unserem Dilemma. Mit der Mutter unseres Trauzeugen gehe ich jetzt seit einigen Monaten einmal wöchentlich (wenn ich es schaffe dorthin zu kommen) töpfern. Die besagte Mutter bekam das Telefonat zwischen ihrem Sohn und meinem Mann mit und nach etwa einer Stunde klingelte bei mir das Telefon. Sie gab mir eine Nummer von einem Sohn einer Mittöpferin, der Therapeut ist, und riet mir mich bei diesem zu melden. Jetzt begann die Zeit des Diskutierens und darüber Sprechens: mit meinem Mann, mit unserem Trauzeugen, mit seiner Mutter und so langsam bemerkte ich die Ungerechtigkeit, die vorher noch von einem großen Schleier der Verzweiflung bedeckt war. Und wenn ich eines nicht ausstehen kann, dann ist es Ungerechtigkeit. Bis jetzt habe eher immer für andere gekämpft habe und für mich selbst nur, wenn es um mein Überleben ging. Aber im Grunde genommen ist auch das jetzt ein Kampf ums Überleben. Denn das was mir sonst blüht, wenn ich keine Hilfe bekomme, das kann man nicht Leben nennen. Das ist die Hölle.

Am Wochenende konnte ich natürlich nichts erreichen und das Nichtstun machte mich verrückt. Mir ging es verdammt schlecht. Ich musste viel auf Medarfsmedikation zurückgreifen um das Wochenende zu überstehen. Am Montag schrieb ich eine ausführliche Mail an den Therapeuten, der mir genannt wurde. (Diese Geste, dass die Mutter unseres Trauzeugen sich Gedanken um mich gemacht hat und gleich rum telefoniert hat, das hat mir Hoffnung gegeben. Hoffnung in die Menschheit. Dass es auch Menschen gibt, die über den Tellerrand schauen.) Mehr konnte ich am Montag nicht tun. Ich wollte erst mit meiner Psychiaterin über die Situation sprechen um von ihr eine zweite Meinung zu bekommen.

Am Dienstag hatte ich also einen Termin bei meiner Psychiaterin. Als ich ihr von der Situation mit meiner Therapeutin berichtete, war sie fassungslos. Sie wurde wirklich laut vor Empörung und machte mir deutlich, dass sie so nicht mit mir umzugehen hat. Sie riet mir mich an die Krankenkasse zu wenden und versicherte mir, dass sie, die Ärzte aus der Psychiatrie sowie die Ärzte aus der Psychosomatik der festen Überzeugung einer Langzeittherapie sind und der MDK sowie die Krankenkasse gar nicht ablehnen könnten. Desweiteren riet sie mir weiter nach Therapeuten zu suchen. Obwohl es mir wirklich schlecht ging und geht war mein Kampfgeist jetzt noch mehr geweckt und ich rief, als ich zuhause, war direkt die Krankenkasse an. Dies tat ich am Montag noch nicht, da ich ehrlich gesagt meiner Therapeutin nichts böses wollte. Ich wollte sie nicht „verpfeifen“. Aber das Ganze sah jetzt anders aus. Also rief ich meine Krankenkasse an. Die erste Dame, die ich am Telefon hatte, war mit der Situation überfordert und leitete mich an eine erfahrenere Kollegin weiter. Ihr schilderte ich dann nochmals ausführlich die Situation und diese sagte zu mir, ich zitiere: „Ihre Therapeutin macht jetzt Politik auf Ihrem Rücken. Das kann und darf so nicht passieren.“. Sie versicherte mir, dass in meinem Fall eine Langzeittherapie nicht abgelehnt wird und einem Therapeutenwechsel nichts im Wege steht. Jedoch muss ich die 4 Sitzungen, die bei meiner Therapeutin noch übrig sind, noch beenden. Desweiteren erklärte sie mir, wenn ich eine erneute Verhaltenstherapie mache, dann muss der neue Therapeut nach 5 probatorischen Sitzungen (Probesitzungen)  den besagten Verlängerungsantrag stellen, ohne mich vorher richtig gekannt zu haben. Sprich: die Arbeit meiner Noch-Therapeutin machen. Das erschwert die Therapeutensuche enorm, denn wie ich in den kommenden Tagen erfahren habe, verärgert dieses Verhalten die anderen Therapeuten natürlich und nur als ich ganz viel Charme eingesetzt habe, setzten sie mich trotzdem auf die Wartelisten. Aber dazu komme ich später.

Ich habe die Möglichkeit die Therapieform zu wechseln, also eine Tiefenpsychologische Therapie oder eine Psychoanalytische Therapie zu machen. Jedoch sollte ich aufgrund meiner Diagnosen natürlich Traumatherapie machen, was meine Suche wiederum erschwert. Denn Therapeuten, die wirklich auf Traumatherapie spezialisiert sind bzw. am besten noch gewisse Techniken der Traumabewältigung beherrschen, gibt es bei weitem nicht wie Sand am Meer.

Zur Erklärung: egal, ob Verhaltenstherapeut, Psychoanalytiker oder Tiefenpsychologe, jeder davon kann sich auf Traumatherapie spezialisieren. Nur nicht jeder bzw. eher wenige haben diese Spezialisierung, die ich benötige.

Da ich einen wundervollen Ehemann habe, bekam ich in den nächsten Tagen viel Hilfe. Er erstellte mir eine Tabelle mit Therapeuten und Spalten, die wir dann gemeinsam ausfüllten. Auf meiner Liste sind bis jetzt ca. 70 Therapeuten. Bei vielen steht im Internet die Spezialisierung, jedoch nicht bei allen. Ich habe bis jetzt ca. 40 abtelefoniert. Das bedeutet 40 mal erzählen, was ich habe. 40 mal die Situation erklären. Ca. 20 mal fragen, ob der- oder diejenige Traumatherapie macht. Ca. 20 mal hören, dass sie generell Traumatherapie machen, aber sich meinen Fall nicht zutrauen. 40 mal hören, was sie von meiner Noch-Therapeutin halten und jedes mal gesagt bekommen: „Die Warteliste beträgt 6 Monate bis 1 Jahr." oder auch „Ich nehme niemanden mehr auf die Warteliste auf." oder auch „Melden Sie sich in 3 Monaten nochmal!".

Ich habe von Mittwoch bis Dienstag täglich mindestens 4 bis 5 Stunden am Telefon gesessen. Danach bin ich weinend zusammengebrochen und musste Bedarf nehmen. Ich stehe jetzt auf einigen Wartelisten. Bei einigen darf ich mich alle 4 bis 8 Wochen melden und rücke dann einen Platz höher. Bei einigen bekomme ich einen Termin zum Kennenlerngespräch, bevor ich auf die Warteliste komme. Das heißt, ich, die große Probleme mit Vertrauen hat, darf vielen Menschen erzählen, wie es mir geht... Wochen lang, Monate lang, Hilfe suchend, bis ein Platz frei wird.

Heute hatte ich meinen ersten Termin, bei einer Tiefenpsychologin, die auf Traumatherapie spezialisiert ist. Ein Probegespräch um zu schauen, ob wir beide es uns vorstellen können zusammen zu arbeiten. Mein Vertrauen ist so missbraucht, dass es dauerte bis ich mich ihr gegenüber öffnen konnte, aber dann war es gut. Jedoch hat sie eine Warteliste von 6 Monaten. Da stehe ich jetzt drauf, aber dennoch heißt es weiter suchen. Nur jetzt so kurz vor den Feiertagen lässt sich nicht mehr viel tun. Im neuen Jahr geht mein Kampf um einen Therapieplatz, um ein gesundes Leben weiter. Ich hatte gestern einen Termin in der Psychosomatischen Klinik, in der ich erneut stationär aufgenommen werden soll. Dort wurde die Notwendigkeit eines erneuten Aufenthaltes bestätigt. Jedoch kann die Wartezeit bis zu 3 Monaten andauern. In der Wartezeit kann ich 1 mal wöchentlich in eine Gruppentherapie kommen, in der auf den Klinikaufenthalt hingearbeitet wird. Jedoch hat diese auch eine Warteliste. Ich werde angerufen, wenn es soweit ist.

Mrs Piieep Therapeutensuche Therapie Therapiewechsel Therapeut PTBS Depression
Bildrechte: Mrs. Piieep

Wie viel Energie hast du noch? Schaffst du es, genügend Kräfte für dich selbst zu mobilisieren, trotz der vielen belastenden Flashbacks und der Unsicherheit bzgl. eines erneuten Aufenthaltes in einer Traumaklinik? Was gibt dir Kraft? Womit schafft dein Mann dir Sicherheit zu geben und dich zu unterstützen? Was tut dir gut? Wie tust du etwas gutes für dich? 

Ich glaube, ich habe den Notfallknopf aktiviert. Ich funktioniere. Ich kämpfe. Aber woher ich die Kraft nehme, weiß ich nicht so genau. Was ich aber ganz genau weiß, ist, dass mein Ehemann die größte Stütze ist, die ich mir vorstellen kann. Er unterstützt mich, wo er kann. Sei es, dass er mich zu Terminen begleitet, mich daran erinnert zu skillen oder Übungen zu machen, die mich stabilisieren sollen. Mir meine Medikamente bringt, wenn ich mich nicht bewegen kann, mich aufmuntert und mir in den Hintern tritt, wenn ich den Antrieb verliere. Meine Tränen trocknet, mir den Haushalt oder das Kochen sehr oft abnimmt. Ich glaube ohne ihn wäre ich jetzt an einem anderen Punkt. Ohne ihn wäre ich jetzt vielleicht auf einer geschlossenen Station. Mein Mann musste sich lange mein Vertrauen erarbeiten und er beweist mir fast jeden Tag aufs Neue, dass ich ihm völlig vertrauen kann. Das letzte Jahr, welches übrigens auch das siebte Jahr unserer Beziehung war (jaja das bekannte verflixte siebte Jahr) war verdammt hart für uns beide. Aber wir reden immer über alles und wir sind immer fair zu einander und ich glaube so können wir auch diese verdammt schwere Zeit gut überstehen.

Was mir aber auch unheimlich viel gibt sind Tiere. Wir haben 2 Katzen, die ich über alles liebe und die mich immer wieder zum lachen bringen. Meine Schwägerin hat einen jungen Bulldoggen-Mischling, den ich regelmäßig zum aufpassen hier habe. Die gemeinsamen Spaziergänge mit ihm geben mir die Selbstständigkeit alleine rauszugehen, denn er nimmt mir ein großes Stück Angst. Leider bin ich momentan kaum in der Lage Freundschaften zu pflegen, aber auf Instagram habe ich die Art von Austausch mit Menschen, die ich zur Zeit zu lassen kann. Ich kann mich mit Gleichgesinnten unterhalten oder mir einfach schöne oder interessante Bilder oder Beiträge anschauen.

Ich habe das Häkeln für mich entdeckt und es ist zu einem meiner wichtigsten Skills geworden. Es kann passieren, dass ich auch bei einem Termin, z. B. bei der Krankenkasse, anfange zu häkeln, denn es beruhigt mich ungemein. Ebenso das Töpfern, auch wenn ich es oft nicht schaffe, dorthin zu kommen, weil ich über eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin muss und das zu einer Uhrzeit, wo die Bahnen und Busse sehr voll sind. Aber wenn ich da bin und aus „Matsch“ etwas Schönes forme, dann wird mir bewusst, dass ich mit meiner schrecklichen Vergangenheit vielleicht irgendwann eine schöne Zukunft formen kann. Es benötigt jedoch viel Kraft und Arbeit.

Ich habe gelernt für mich zu sorgen. Es klappt nicht immer, aber ich versuche meine Bedürfnisse zu erfühlen, zu benennen und mir zu erlauben diese zu stillen. Es klingt einfacher als es ist, aber ich arbeite dran, dass es einfacher wird.

Mrs Piieep Therapeutensuche Therapie Therapiewechsel Therapeut PTBS Depression
Bildrechte: Mrs. Piieep

Was wünscht du dir für die deine Zukunft? 

Ich wünsche mir, einen neuen Therapeuten zu finden, mit dem ich meine Vergangenheit aufarbeiten und dann damit abschließen kann. Mit meiner Noch-Therapeutin möchte ich nach reichlichen Überlegungen nach den 4 Sitzungen definitiv nichts mehr zu tun haben. Ich würde mir wünschen, wieder Freundschaften zu lassen zu können und das Gefühl zu bekommen mich auf mich verlassen zu können. Ich glaube dann wird diese große Angst langsam, aber sicher ganz von alleine gehen. Ich möchte ein Leben leben, welches lebenswert ist, mit meinem geliebten Ehemann an meiner Seite. Und dann? Perfekt wäre eine Wohnung mit Garten und endlich einen eigenen Hund und Reisen und im Hier und Jetzt leben zu können.


Was muss sich deiner Meinung nach an unserem System bzgl. psychischen Erkrankungen und deren Behandlungen ändern? Was läuft in deinen Augen gerade noch völlig falsch?

Psychische Krankheiten dürfen kein Tabu-Thema mehr sein. Wir Erkrankten sollten den Mut haben offen mit unserer Erkrankung umzugehen. Und ich würde mir von ganzen Herzen wünschen, dass der Gegenüber offen, tolerant und vielleicht sogar neugierig reagiert. Sehr gerne beantworte ich Fragen über meine Erkrankung, solange sie nicht von oben herab kommen oder mein Empfinden völlig runterspielen.

Desweiteren kann es meiner Meinung nach nicht angehen, dass wir so einen Therapeutenmangel bzw. Therapieplatzmangel haben, dass ich jetzt eventuell 3 bis 6 Monate warten muss um Hilfe zu bekommen. Nicht jeder hat so einen starken Partner an seiner Seite wie ich, der mich so stützt und immer wieder auffängt, wenn ich falle.

Außerdem ist aufgefallen, dass es zig Seiten im Internet gibt, auf denen man nach Therapeuten suchen kann. Es gibt viele Seiten und auf vielen ist nicht genau beschrieben, wer was genau anbietet und ob es von der Krankenkasse getragen wird. Also puzzelt man sich selbst eine Liste mit Therapeuten zusammen. Jeder Therapeut hat von 1 x wöchentlich bis 5 x wöchentlich von 30 min bis 4 Std eine Sprechzeit, bei der man anrufen darf und nach einem Therapieplatz fragen kann. Zu den anderen Zeiten ist er natürlich in Sitzungen. Also macht es die Therapieplatzsuche für den aArbeitenden Menschen fast unmöglich in der Zeit der Suche zu arbeiten. Denn die Sprechzeiten sind meistens vormittags und es reicht nun mal nicht bei einem oder gar 10 Therapeuten anzurufen. Ich würde mir wünschen, dass es eine Plattform gibt, wo JEDER Therapeut gelistet sein muss, mit viel mehr Transparenz. Mit Wartezeiten, mit genauer Spezialisierung und genauer Angabe, wann man sich wo melden kann. Wir sind im Zeitalter der e-mail. Wieso geben die Meisten an, dass man anrufen muss? Würde es uns allen die Sache nicht erleichtern, wenn man auch e- mails schreiben kann? Dann müsste ich meine Geschichte nicht 40 mal erzählen, sondern könnte sie einmal aufschreiben und versenden. Das würde mir viel Kraft sparen. Wenn ich mir jetzt wünschen würde, dass es viel mehr Therapeuten geben sollte und viel mehr Therapieplätze, dann ist das ein absolut gerechtfertigter Wunsch. Jedoch ist er vielleicht nicht so einfach zu lösen, wie eine Plattform zu schaffen, wo es Pflicht ist für jeden Therapeuten sich dort anzumelden und sein „Profil“ auf dem neuesten Stand zu halten. Denn wie oft habe ich mich jetzt bei Therapeuten zu einer Sprechstundenzeit gemeldet, die völlig veraltet war. Oder wie oft musste ich nach der Spezialisierung fragen. Das müsste doch machtbar sein oder? Und würde uns allen Zeit und Nerven sparen.



Liebe Mrs. Piieep, danke für deine Offenheit! Es gehört in meinen Augen viel Mut dazu, einen Instagram-Account so zu füllen, wie du es tust, mit deiner aktuellen Situation so offen umzugehen und darüber so ausführlich zu erzählen. Ich drücke dir für deine weitere Therapeutensuche ganz, ganz fest die Daumen!!!

Und wer jetzt immer noch sagt oder denkt, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen sich einfach mal zusammenreißen sollten oder dass eine psychische Erkrankungen nur ein Zeichen von Schwäche wäre oder dass es doch genügend Therapeuten in Deutschland gäbe, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Dass Mrs. Piieep so viel Energie aufbringt sich weiterhin Hilfe zu suchen und dass in einer Zeit, wo es ihr aufgrund der Flashbacks und des aktuell hochkommenden Traumas eh schon schlecht geht, finde ich sehr bewundernswert <3 

Sonntag, 17. Dezember 2017

Wie ich zur Lebensbloggerin wurde - ein Artikel in der digitalen Sonntagsausgabe der Ruhr Nachrichten

Vor kurzem bekam ich eine sehr liebe Anfrage für ein Interview mit der digitalen Sonntagsausgabe der Ruhr Nachrichten! Da habe ich mich sehr gefreut, denn wann bekommt man mit seinem Blog und seinem Herzensthema schon mal die Gelegenheit sich in der Lokalpresse vorzustellen?! Eben :-)

Als die Redakteurin bei mir war, haben wir uns lange über meinen Blog, meine Depression und den Weg zu der Frauke, die ich jetzt bin, unterhalten. Das Gespräch war sehr offen und während wir ein paar Dominosteine aßen, erzählte ich der sympathischen Redakteurin von den Anfängen meiner Depression, meiner ersten Idee für meinen Blog und wie steinig der Weg raus aus dem tiefsten Tief und auch den nachfolgenden Tiefs war.

Die Aufklärung über die Krankheit Depression liegt mir sehr am Herzen und deshalb freue ich mich total, dass heute der 1-seitige Artikel erschien ist! Mitsamt echt toll getroffenen Fotos und Hinweisen auf meinen Blog! Außerdem wird auch mein Shop erwähnt, mit all seinen von mir selbst entworfenen Produkten, die den Alltag etwas schöner und lebenswerter machen :-) 

Ruhr Nachrichten digitale Sonntagsausgabe Depression Blog Lebensbloggerin Dortmund Fräuleins wunderbare Welt
Die Bildrechte liegen bei den Ruhr Nachrichten - Digitale Sonntagszeitung


Aus rechtlichen Gründen darf ich hier nur einen Ausschnitt des Artikels veröffentlichen. Das war letztes Jahr in dem Artikel der "Freundin" über uns drei Schwestern und vor kurzem in dem Beitrag des österreichischen Kuriers über mich auch schon so.

Den kompletten Artikel gibt es online. Falls ihr die digitale Ausgabe der Ruhr Nachrichten eh schon aboniert hat, könnt ihr ihn ganz einfach nachlesen! Falls nicht, könntet ihr euch hier für ein vier wöchiges Gratis-Abo der digitalen Ausgabe der Ruhr Nachrichten anmelden und den kompletten Artikel danach hier lesen.

Und während ich euch nun einen schönen dritten Advent wünsche, bin ich megastolz auf diesen Artikel über eine komplette Seite mit den tollen Fotos und der so schönen Wiedergabe meiner Erzählungen über meine Depression und meines Blogs!

Vielen Dank liebe Ruhr Nachrichten und liebe Redakteurin, dass ihr frei von den sonst üblichen Vorurteilen über Depressionen berichtet!



[Zur Info: Ich habe für das Interview bzw. den Artikel keinerlei Vergütung o. ä. erhalten. Ebenso bekomme ich nix, wenn ihr euch für die digitale Sonntagsausgabe der Ruhr Nachrichten anmeldet. Dieser Blogpost ist auch komplett freiwillig von mir. Solche Beiträge mache ich immer noch nur aus Spaß an der Freude mit. Sollte mich aber mal jemand für meine Arbeit und meine investierte Zeit entlohnen wollen: ich würde nicht nein sagen :-) ]

Dienstag, 12. Dezember 2017

Heute war ich bei Deutschlandfunk Nova zum Thema Therapeutensuche

Heute früh war ich in einem Beitrag auf Deutschlandfunk Nova zu hören :-) Es ging um das Thema "Therapeutensuche"!

Ich hatte euch hier ja schon vor drei Jahren davon berichtet, wie schwierig für mich der Therapeutenwechsel war. Doch über die eigentlichen Schwierigkeiten überhaupt einen Therapeuten zu finden, habe ich bisher noch nie so offen geschrieben. Das Sprechen darüber in dem Interview war für mich noch etwas ungewohnt, doch die anfängliche Nervosität verflog schnell und hinterher war ich sehr stolz! Zum einen, dass ich überhaupt zu dem Interview angefragt worden war und zum anderen, dass ich die Fragen mehr oder weniger souverän beantwortet habe :-)

Denn eigentlich höre ich meine eigene Stimme nicht gern. Vielmehr wurde ich in der Schulzeit lange Zeit sehr stark gemobbt, weil ich das "g" und das "k" in der Mitte eines Wortes nicht aussprechen konnte (Nein, das waren nicht die einzigen Mobbingmöglichkeiten. Meine Mitschüler fanden auch noch andere Mittel und Wege.). Seitdem meide ich Wörte, die die zwei Buchstaben mittig in sich tragen. Doch die letzten Jahre habe ich mich immer mehr getraut und auch so Wörter wie "Junge" wieder verwendet. Hin und wieder passiert es zwar, dass ich dann auch heute noch ausgelacht werde, wenn ich das "g" hierbei mal wieder nicht richtig gesprochen habe, doch ich versuche mich davon nicht weiter in meiner freien Aussprache beeinträchtigen zu lassen. Und doch war ich natürlich mächtig nervös, wie sich meine Stimme wohl im Radio anhören mag! Zum Glück fühlte ich mich bei dem Thema "Therapeutensuche" sehr sicher, weil ich ja nun mal Expertin in eigener Sache bin. Und ein sicheres Gefühl hilft enorm :-) Deshalb habe ich seit der Aufzeichnung vor 1,5 Wochen einfach mal ungefähr jedem davon erzählt, der mir über den Weg lief ;-)

Den Beitrag findet ihr zusammen mit einem einleitenden Text hier zum Nachhören :-)


Und ich bin jetzt noch ein bißchen sehr stolz auf mich und meinen Blog und meinen bisher zurückgelegten Weg!

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Depression ist eine Krankheit. Punkt.

Leute, manchmal könnte ich mir an den Kopf packen, die Haare wild schütteln und laut losschreien.

Ganz ehrlich: wie kann ein Großteil der Bevölkerung immer noch glauben, dass Depressionen ein Zeichen von Schwäche sind, die eigene Lebensführung ihren Anteil daran trägt und mit Schokolade wieder weg geht?!

Glaubt ihr nicht? Ich konnte es erst auch nicht glauben. Aber neulich habe ich von einer ganz aktuellen, repräsentativen Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung erfahren, die genau das ermittelt hat. [Die Studienergebnisse im Detail findet ihr hier!]

Doch eins nach dem anderen und erst einmal tief ein- und ausatmen. (Als selbst von Depressionen Betroffene macht mich so ein Studienergebnis echt wütend und fassunglos. Und im nächsten Schritt fühle ich mich hilflos. Ich habe mich so viele Jahre meines Lebens echt ernsthaft zusammen gerissen und wirklich Unmengen an Schokolade verdrückt. Das war VOR meiner Diagnose Depression. Beides hat mich also schön vor der Depression geschützt. NICHT.)

Die Studie ergab u. a., dass sowohl von Außenstehenden, als auch von Selbstbetroffenen besonders schwierige Lebensumstände als Hauptursache für Depressionen angesehen werden. (Wobei Selbstbetroffene besser darüber informiert sind, dass biologische Faktoren eine Rolle spielen.) Der Knackpunkt hierbei ist, dass es allgemeinhin akzeptiert wird, eine Depression zu haben, weil das Leben desjenigen halt kacke ist. Doch die Depression als eine Krankheit anzusehen, wird nach wie vor von der breiten Masse in Deutschland abgelehnt.

Von den etwa 2.000 Befragten aus der durchschnittlichen Bevölkerung hatten 1/3 Kontakt zu Menschen mit Depressionen, 1/3 haben oder hatten selbst Depressionen und 1/3 hatte bisher keinen Kontakt zu Betroffenen.

Immerhin 95 % der Befragten halten eine Psychotherapie für hilfreich. 92 % denken, dass es hilft zum Arzt gehen und 91 % mit Freunden zu sprechen. Soweit erst einmal echt gut! Kann ich alles mit unterschreiben. Doch immerhin 18 % meinen, dass es reicht sich zusammen zu reißen und ebenso viele, dass Schokolade hilft! Umgerechnet ergibt das, dass jeder FÜNFTE denkt, sich zusammenzu reißen und Schoki zu essen sind optimal um eine Depression zu heilen. Leute, was ist denn da los? Euer Ernst?

Quelle: Infografik der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Weiter wurde in der Studie herausgefunden, dass über 70 % der Befragten glauben, dass Antidepressiva süchtig machen und/oder den Charakter verändern. Klar, das Zeug ist nicht ohne, weil es echt eine Menge Nebenwirkungen gibt/geben kann. Aber mal ehrlich: hätte ich damals an der tiefsten Stelle meines Tiefs kein Antidepressivum genommen, wüsste ich nicht, ob ich diese Zeilen gerade noch tippen könnte oder doch schon von einer Wolke winken würde. Ich bin natürlich dabei, dass man Medikamente nicht leichtfertig und aufs Geradewohl nehmen soll. Doch in einigen Fällen helfen diese Tabletten den von Depressionen betroffenen Menschen sehr! Und ernsthaft: wenn ich Herzprobleme hätte oder Wasser in den Beinen oder was weiß ich, dann würde ich doch auch Tabletten nehmen. Wenn ich aber eine Erkrankung haben, die auf wahrscheinlich auf Stoffwechselstörungen im Gehirn beruht, dann darf ich keine Medikamente nehmen, die dafür angelegt sind, diese Stoffwechselstörungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen? (Nachtrag: wissenschaftlich ist der genaue Zusammenhang zwischen Depressionen und Botenstoffen im Gehirn bis heute nicht explizit nachgewiesen. Siehe auch Annies Kommentar am Ende dieses Textes.) Öhm. Für Hinz und Kunz ist eine jahrelange, nicht zu hinterfragende Tabletteneinnahme bei Schilddrüsenerkrankungen, Herzbeschwerden, Blutgerinnungsstörungen etc. doch auch normal. Und hierbei sind  Nebenwirkungen ebenfalls möglich. Wer Spaß dran hat, soll sich einfach mal die Packungsbeilage einer handelsüblichen Verhütungspille durchlesen. Und hierbei geht es "nur" um Verhütung und um keine ernstzunehmende Krankheit, die unbehandelt zum Tode führen kann und teilweise auch behandelt zum Tode führt.

Okay, rund um psychische Erkrankungen gibt es noch große Stigmatisierungen. Von Außenstehenden und von Selbstbetroffenen, die sich hin und wieder für diese Krankheiten schämen. Hierbei meine ich gar nicht mal nur Depressionen, sondern auch alle anderen psychischen Erkrankungen, wie z. B. Borderline, Schizophrenie und was es da nicht noch alles gibt. Diese in der Gesellschaft verankerten und veralteten Vorurteile werden zwar nach und nach weniger, doch es gibt sie immer noch. Nach wie vor scheint es eklatante Wissenslücken in Bezug auf diese Krankheiten zu geben, die "nur" die Psyche betreffen.

Die letzten Jahre gibt es zum Glück immer mehr Aufklärungskampagnen, erweiterte und niedrigschwelligere Hilfsangebote und es gibt mehr Bücher, Blogs, Beiträge, Zeitschriften (wie z. B. Miles) zu den Themen Depression und generell psychische Erkrankungen. Doch es braucht seine Zeit und einige Menschen haben so viele Barrieren im Kopf, dass sie von ihren Vorurteilen auch nicht abrücken (wollen/können?). Dadurch entsteht bei Betroffenen schnell ein Schamgefühl für eine Krankheit für die sie nichts können und die vor allem auch JEDEN treffen kann. Aus Scham wird dann alles getan, um die Krankheit und ihre Symptome zu vertuschen. Statt die eh schon sehr geminderte Energie auf Hilfsangebote zu richten und für einen Weg in eine gesündere Zukunft zu nutze, geht diese für das unter den Teppich kehren und Fassade aufrecht erhalten drauf.

Dabei kostet es so unendlich viel Energie, sich aus einem Tief herauszukämpfen! [In meiner Reihe "Was heißt Depression für mich?" bin ich in insgesamt 7 Teilen hierauf eingegangen und habe verschiedene Aspekte zu meiner Krankheit beantwortet.]

Lasst uns mal kurz eine Phantasiewelt bauen, wie ich sie mir in Bezug auf die Anerkennung der Krankheit wünschen würde:

Jemand hat erste Anzeichen einer Depression. Er wendet sich ratsuchend an einen Freund/ein Familienmitglied. In diesem Gespräch wird ihm zugehört und er wird ernstgenommen. Daraufhin geht er zu seinem Arzt und bespricht seine Symptome mit dieser Fachperson. Gemeinsam überlegen sie, was nun weiter zu tun ist. Antidepressiva? Krankschreibung? Psychotherapie? Verhaltenstherapie? Und so weiter und so fort. Wenn derjenige dann mit jemandem spricht, kann er sagen, dass er eine psychische Erkrankung hat, denn diese wird genauso anerkannt, wie ein gebrochenes Bein oder Herzrhythmusstörungen. Er muss sich nicht verstellen und sein Umfeld weiß Bescheid. Sobald Fragen sind, können diese von beiden Seiten gestellt und beantwortet werden (sofern derjenige dazu gerade in der Lage ist). Seine Energie verwendet er auf die eh immer noch sehr nervenaufreibende/zeitintensive/kräftezehrende Therapeutensuche und dann im nächsten Schritt für die Therapie selbst. (In einem nächsten Wunschschritt wäre die Therapeutensuche natürlich auch wesentlich simplerer!) Sein Umfeld unterstützt ihn, wo er es braucht, aber auch, wo der Gegenüber es kann. (Jeder nur so viel er selbst kann!) Mit viel gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz hat der Betroffene ein sicheres soziales Umfeld, auf das er sich verlassen kann und das ihm ein gutes Gefühl der Sicherheit bietet. Er muss keine Angst haben wegen einer vermeintlich psychischen Schwäche aus seinem Freundeskreis/von seiner Familie ausgeschlossen oder mit Vorurteilen und gutgemeinten, aber nicht helfenden Ratschlägen überhäuft zu werden.

Herrlich diese Vorstellung, oder?!

Ich hatte in vielen Punkt sehr viel Glück und sehr tolle Menschen an meiner Seite. Kurz nach meiner Diagnose im Sommer 2013 habe ich angefangen mit meiner Depression als Krankheit sehr offen umzugehen. Nicht immer konnte ich alles in Worte fassen, weil diese Krankheit oft meinen Mund verschloss. Doch dann löste ich es über Schreiben. Mein Umfeld hat mich bis auf wenige Ausnahmen hierfür weder verurteilt noch ausgeschlossen. Ganz vielen Dank an euch!

Aber es geht nicht allen Menschen so! Auf verschiedenen Kanälen folge ich den unterschiedlichsten Personen, die mehr oder weniger offen mit ihren Erkrankungen umgehen. Bei einigen wissen es nur wenige nahestehende Personen, weil sie sonst wirklich um ihre soziale Akzeptanz fürchte würden. Andere haben offene Ablehnung erlebt und wurden/werden ausgegrenzt. Natürlich lese ich nur deren eigene Sichtweise und ihre Schilderungen, wie sie ihr Umfeld beschreiben. Natürlich kann es sein, dass die beteiligten Personen die Situationen völlig anders schildern würden. Natürlich, das weiß ich. Aber selbst wenn ein Teil davon einer etwas verzehrten Wahrnehmung geschuldet ist oder weil die Person im realen Leben sich total unmöglich aufführt oder was weiß ich, ein Großteil der geschilderten Begebenheiten wird sich so oder so ähnlich wirklich ereignet haben. In Gesprächen bekomme ich solche Ausgrenzungen und haltlosen Vorurteile selbst mit. Wenn ich kann, agiere ich dagegen und sage meine Meinung. Doch auch bei mir gibt es Situationen, wo ich "gezwungen" bin mit meiner Meinung hinterm Berg zu halten oder wo mir in der entsprechenden Situation einfach die Kraft für eine Konfrontation oder Auseinandersetzung fehlt. Dieses Thema berührt mich selbst halt sehr stark und deshalb gibt es Momente, wo ich hierbei sehr emotional (angreifbar) werde. Doch im Großen und Ganzen versuche ich authentisch zu bleiben und meinen Standpunkt zu vertreten.

Wenn ihr hier bei mir schon länger lest oder auch, wenn ihr noch relativ neu seid, seid ihr wahrscheinlich entweder selbst von Depressionen betroffen oder irgendwie an der Thematik interessiert. Alles, was ihr bei mir lest, schildert meine Sichtweise der Dinge. Hierbei gehe ich sehr offen mit sehr vielen Dingen um. Ich weiß von anderen an Depressionen erkrankten Menschen, dass sie diese Offenheit nicht leben können. Sei es auf die äußeren Umstände zurückzuführen oder weil ihnen selbst die Worte für diese so krasse Krankheit fehlen. Deshalb nutzt die Chance und informiert euch hier um die Sichtweise einer Selbstbetroffenen kennenzulernen. Jeder Mensch hat seine eigene Krankheit, doch in einigen Punkten werden ihr euch oder wenn auch immer höchstwahrscheinlich wiedererkennen oder zumindest besser verstehen. Schaut euch auch auf anderen Blogs oder Infoseiten um: einige hilfreiche Bespiele habe ich hier verlinkt! Es gibt hierbei auch Angebote, die speziell an Angehörige gerichtet sind. Versucht euch selbst ein Bild über die Krankheit zu machen, statt gesellschaftlich verankerte Vorurteile ungefiltert zu übernehmen!

Tut mir aber bitte auch den Gefallen und achtet auf euch selbst. Wenn euch etwas zu sehr berührt oder euch zu nahe geht, zieht eine Grenze und schaut auf euch, damit ihr stabil bleibt. Niemandem ist geholfen, wenn ihr durch Texte, die ihr lest, zu tief heruntergezogen werdet! Außerdem schaut bitte genau hin, welche Art von Blogs/Texten ihr lest oder Youtube-Videos ihr euch anschaut. Hier gibt es viele, die sehr düster gefärbt sind und mich z. B. sehr mitnehmen, mir dabei aber null weiterhelfen. Filtert für euch selbst sehr genau, was ihr lesen könnt und wollt.

Und ganz ganz ganz wichtig: wenn ihr Hilfe braucht, sucht euch Hilfe! Die Telefonseelsorge ist z. B. rund um die Uhr und kostenlos erreichbar! Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit! Wirklich, dafür muss sich niemand schämen! Wenn wir alle offener auf einander zu gehen und uns gegenseitig mehr Akzeptanz und Verständnis entgegen bringen, können vielleicht einige der jährlichen 10.000 Suizide und der alle 4 Minuten stattfindenden Suizidversuche verhindert werden. Reden hilft. Aufklärung hilft. Hilfe hilft.

Ignoranz oder nicht ernstnehmen oder was auch immer an Ablehnung möglich ist, kann in Bezug auf eine Depression tödlich enden.

Passt auf euch auf. Egal, ob selbst von Depressionen betroffen oder nicht.

Depression Hund Sehenswert


Eines noch zum Abschluss: Der Postillon ist in seiner gewohnt satirischen Art bereits drauf eingegangen, dass man mit einem einzigen Satz geheilt werden kann. ;-)





Montag, 4. Dezember 2017

Weihnachtliche Papier-Sterne und -Tannen in 3D aus alten Büchern ruckzuck selber nähen

Weihnachten rückt immer näher und obwohl ich ja bereits seit zwei Monaten im Weihnachtsfieber bin, wird es hier in meiner Wohnung immer noch weihnachtlicher. Heute habe ich mir passenderweise 3D-Sterne und -Tannen zum Aufhängen genäht!

Weihnachten DIY basteln nähen Papier Sterne Tannen Weihnachtsbäume 3D alte Bücher Geschenkanhänger Deko Aufhänger

Letzten Samstag war ich bei einem Flachdruck-Workshop im Hafenkult in Duisburg. Dafür hatte ich mir bereits alte Bücher besorgt, um die einzelnen Seiten zu bedrucken. Diese wunderschönen Bücher habe ich auch heute genutzt und aus den Seiten Sterne und Weihnachtsbäume ausgeschnitten.

Hierfür habe ich mir einfach auf etwas dickerer Pappe einen möglichst spiegelgleichen Stern und eine Tanne aufgezeichnet, die ich dann ziemlich oft auf auf die alten Seiten übertragen und ausgeschnitten habe.

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Pro hinterher fertigem 3D-Objekt habe ich vier Sterne bzw. Tannen verwendet, damit es möglichst 3D-mäßig wirkt. Sprich: 4 Motive übereinandergelegt und von unten nach oben zur Spitze mit der Nähmaschine genäht. Beim Abschneiden des Nähfadens habe ich noch ein ordentliches Stück Faden dran gelassen, damit ich die Sterne und Tannen vernünftig aufhängen kann.

Nun musste ich die Fadenenden nur noch verknoten und die einzelnen Papierbögen auseinanderfächern. Fertig sind die 3D-Sterne und -Weihnachtsbäume zum Aufhängen!

Weihnachten DIY basteln nähen Papier Sterne Tannen Weihnachtsbäume 3D alte Bücher Geschenkanhänger Deko Aufhänger

Ich werde davon einige als Geschenkanhänger oder auch für ein Weihnachtswichteln verwenden. Um einige Exemplare verschicken zu können, spare ich mir das auseinanderfächern und überlasse es dem dann glücklichen Empfänger ;-)

Wenn ihr diese wirklich fixe Deko-Idee nachbasteln möchtet, schaut einfach mal, ob ihr selbst alte Bücher besitzt, die ihr eh nicht mehr lest. Ich hatte keine wirklich schönen alt bedruckten daheim, doch in einem Bücherschrank hier in der Nähe hatte ich schon länger mit einigen Exemplaren geliebäugelt. Nun habe ich lange mit mir gerungen, ob ich wirklich Bücher aus dem Bücherschrank nehmen darf, um sie dann auseinander zu nehmen und zu zerschneiden. Doch umso länger ich diese bestimmten Bücher beobachtete, umso deutlicher wurde auch, dass die niemand mitnehmen und der Bücherschrank nur immer voller würde. Wer liest schon solche alten Schinken? Eben. Und deshalb habe ich nach einigen Wochen des Zauderns dann noch zugepackt und diesen hübschen Büchern zu einem zweiten Leben verholfen!

Weihnachten DIY basteln nähen Papier Sterne Tannen Weihnachtsbäume 3D alte Bücher Geschenkanhänger Deko Aufhänger

Seid ihr noch auf der Suche nach Ideen für selbstgemachte Geschenke? Dann schaut mal hier! Und in meinem Onlineshop findet ihr natürlich noch zwei weihnachtliche Postkarten (Motiv 1 und Motiv 2), einen Wandkalender für 2018 und die so beliebten und hilfreichen Ich-darf-Karten! Die gibt es als Set mit 20 Karten und in einer hübschen Box oder lose 5 Karten frei nach Wahl. Nicht zu vergessen: die inspirierenden DIN A4-Drucke, die witzigen bis unterstützenden Postkarten und die verschiedenen nachhaltigen Stifte! Schaut auf jeden Fall mal in meinem Shop vorbei: dort findet ihr bestimmt noch das ein oder andere Geschenk!

Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit!

Montag, 27. November 2017

Eine genähte Puppentrage für den 2. Geburtstag eines tollen kleinen Mädchens

Erinnert ihr euch noch an meine freudige Aufregung als im Herbst vor 2 Jahren ein kleines Mädchen das Licht der Welt erblickte und ich FAST bei der Geburt dabei war? Ich habe damals die werdenden Eltern mit dreiminütigen Wehen in die Klinik und einige Tage später mitsamt dem Baby wieder heim gefahren. Damals zeigte ich euch bereits die selbstgenähte Krabbeldecke, die die Kleine von mir zur Geburt geschenkt bekam.

Ja, zwei Jahre ist das schon her. Auch wenn ich mich nun anhöre wie meine eigene Oma: meine Güte, wie die Zeit verfliegt...

Auf jeden Fall ist die nun gar nicht mehr ganz so Kleine vor einiger Zeit 2 Jahre alt geworden. Und weil ich zu ihrem Geburtstagskaffeetrinken nicht irgendwas gekauftes mitbringen wollte, habe ich meine Freundin (sprich: die Mutter) gefragt, ob ich mal wieder irgendetwas nähen könnte. Ja, es gab etwas! Die Kleine war selbst ein Tragebaby und wünschte sich nun ein solches Tragetuch für ihre heißgeliebte Puppe. Bei einer Kita-Freundin hatte sie eine solche mal gesehen. Zum Glück suchte mir meine Freundin direkt eine Nähanleitung heraus, weil ich mir bis zu diesem Tag ehrlich gesagt noch keine Gedanken über eine Puppentrageanleitung gemacht hatte.

Bei Le-Kimi findet ihr das Freebook Mini-MeiTai Carry. Eine schön bebilderte Anleitung für diese wirklich sehr liebevoll erdachte Trage. Und passenderweise sieht sie von der Form her fast so aus wie die, in der das kleine Mädchen selbst getragen worden war. Wirklich mehr als passend für ihre Puppe!

Einen Abend setzte ich mich also hin und nähte ihr aus den alten Stoffschätzen von Oma, Uroma, Urgroßtante und meinem eigenen Sammelsurium eine Puppentrage! 

Hier seht ihr einige Tragefotos von der stolzen Puppenmama und ihrer neuen Trage: 

Babytrage Puppentrage nähen selbstgenäht Geschenk DIY

Babytrage Puppentrage nähen selbstgenäht Geschenk DIY

Babytrage Puppentrage nähen selbstgenäht Geschenk DIY

Vorne ist ein längliches Stoffstück. Oben und an den unteren Seiten sind Träger befestigt, die über Kreuz am Rücken verknotet werden. Um den Puppenkopf zu stützen, gibt es analog zur "normalen" Babytrage ein Stück Stoff, das mit zwei Bändern ebenfalls hochgebunden werden könnte und sonst einfach herunterhängt.

Auf dem Blog von Le-Kimi findet ihr neben der kostenlosen Nähanleitung natürlich noch mehr Praxisbeispiele!

Ach, ich freu mich voll, wenn meine genähten Geschenke so gut ankommen :-)



Braucht ihr vielleicht selbst noch eine Geschenkidee für (werdende) Eltern bzw. deren Kinder? Weihnachten steht schließlich vor der Tür! Dann schaut euch mal diese Blogposts an:

Donnerstag, 23. November 2017

Wenn ihr mich sucht: ich bin in dem aktuellen Magazin vom Österreichischen Kurier!

Als ich heute nach Feierabend die Post aus dem Briefkasten holte, steckte dort ein großer Umschlag drin. Als ich den österreichischen Absender sah, ahnte ich, dass es sich um ein langersehntes Magzin handelt, für das ich vor einigen Wochen interviewt worden war :-)

Klopfenden Herzens ging ich in meine Wohnung und konnte kaum Mina in Ruhe begrüßen, weil ich möglichst schnell einen Blick in das Magazin werfen wollte!

Kurier Magazin Medico Psyche Depression Bloggerin Artikel

Und wirklich: auf den Seiten 36 und 37 des aktuellen Magazins des österreichischen Kuriers zum Thema "Psyche" bin ich zu finden :-D Ja, wirklich! Ihr findet mich in einer österreichischen Zeitschrift!

Kurier Magazin Medico Psyche Depression Bloggerin Artikel

Kurier Magazin Medico Psyche Depression Bloggerin Artikel

In dem Artikel geht es übrigens auch noch um eine andere Bloggerin, die ebenfalls über ihre Depression schreibt. Dank des Artikels bin ich nun auf Yvonnes Blog "Dare to be mad" aufmerksam geworden, der mir bisher auch noch unbekannt war.

Wie bereits im letzten Jahr, als der Artikel über uns drei Schwestern in der "Freundin" erschien, darf ich natürlich nicht den kompletten Text hier abfotografiert hochladen. Wenn ihr zufälligerweise nicht in Österreich lebt oder gerade dort seid, könnt ihr das Magazin aber scheinbar in digitaler Form runterladen.

Ich bin auf jeden Fall megastolz, dass mein Blog und natürlich auch ich als Person in einem Magazin abgelichtet werden :-)  Hihi :-) Ich bin in einem österreichischen Magazin und dann noch zum Thema "Psyche"!

Und die anderen Artikel des Magazins lese ich mir die Tage auch noch durch ;-)


[Zur Info: Ich habe für das Interview bzw. den Artikel keinerlei Vergütung o. ä. erhalten. Lediglich das Belegexemplar des Magazins wurde mir kostenlos zugesandt. Ebenso bekomme ich nix, wenn ihr euch die digitale Ausgabe des Magazins runterladet. Dieser Blogpost ist auch komplett freiwillig von mir. Solche Beiträge mache ich immer noch nur aus Spaß an der Freude mit. Sollte mich aber mal jemand für meine Arbeit und meine investierte Zeit entlohnen wollen: ich würde nicht nein sagen :-) ]

Dienstag, 21. November 2017

BasicApe - faire Mode aus Dortmund

Vor kurzem war ich auf einer Veranstaltung für StartUps. Solche besuche ich seit etwa einem Jahr wegen meines Onlineshops von Fräuleins wunderbarer Welt regelmäßig um mich über alles rund ums Gründen zu informieren (Rechtliches, Marketing, SEO, Netzwerken...). Dort lerne ich mal mehr, mal weniger Neues, das mir bei meinem Shop weiterhilft. Doch bei besagter letzter Veranstaltung hier in Dortmund lernte ich zwei überaus interessante Geschwister mitsamt ihrem StartUp namens "BasicApe" kennen!

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp

Laura und Alex stammen zwar ursprünglich aus dem Sauerland, wohnen und arbeiten bzw. studieren aber seit geraumer Zeit in unserer hübschen Stadt! Die beiden quatschten mich nach dem Vortrag auf der Veranstaltung an und schon waren wir in ein total inspirierendes Gespräch vertieft. Die zwei sprühen geradezu vor Kreativität und Liebenswürdigkeit. Und weil wir uns so sympathisch waren, luden sie mich kurzerhand in ihr Atelier von BasicApe ein.

Letzte Woche war es dann soweit! (Wer mir auf Instagram folgt, hat bestimmt schon unser lächelndes Foto entdeckt.) Sicherheitshalber hatte ich bereits meine Kamera samt Opas uraltem Stativ im Gepäck, weil ich mir schon dachte, dass es im Atelier von Laura und Alex bestimmt einige schöne Bilder zu knipsen gäbe :-) Auch wenn das Stativ an dem Tag aus Altersschwäche den Dienst aufgab, konnte es noch für einige Fotos herhalten :-)

Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee und einigen Keksen, die die Oma der zwei gebacken hatte, plauderten wir über unsere StartUps und die jeweiligen Ideen, die dahinter stecken.

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

Die zwei haben fast zeitgleich mit mir ihr Label gegründet und verkaufen seitdem über einen eigenen Shop von BasicApe ihre fairen und in Deutschland gefertigten Tshirts. Der Stoff ist aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle und in Deutschland gewebt. Die Tshirts werden hier in Dortmund genäht und von den beiden per Siebdruckverfahren bedruckt.

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

Diese kleinen Zettel, die man an den frisch gekauften Klamotten findet, kaufen sie nicht einfach irgendwo ein. Nein, sie stellen sie aus Altpapier einfach selbst her!

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier


Die erste Kollektion finde ich echt toll: die Schnitte sind simpel und doch pfiffig und mit Affen, Eulen, Füchsen und Giraffen bedruckt. Schaut euch mal ihr Video an, dort seht ihr die einzelnen Shirts schön in Szene gesetzt :-) Den Fuchs mit seinem Tuch finde ich den Oberhammer!

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

Doch warum das Ganze? Laura hat Modedesign studiert und so einen Einblick hinter die Kulissen der Modeindustrie mitsamt all ihren Schattenseiten der menschlichen Ausbeutung und Umweltverschmutzung erhalten. Alex studiert Kunst und Physik auf Lehramt und von ihm stammen die super hüschen Motive für die Kollektion. Als Laura nach dem Studium keinen Job fand, kamen die zwei Geschwister darauf, sich doch einfach selbstständig zu machen! Gesagt, getan. Einen passenden Namen gesucht, Gewerbe angemeldet, Räume gesucht und gefunden und fertig war das brandneue und faire Label made in Dortmund!

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

Das Atelier der zwei erinnerte mich direkt an einen hippen Hinterhofladen, der auch irgendwo in einem völlig stylischen Großstadtviertel beheimatet sein könnte. Für eine Weile vergaß ich, dass ich "nur" im Dortmunder Klinikviertel saß ;-) Die Räume teilen sie sich übrigens mit einem Grafiker, einem Filmproduzenten und einer Band. Als ich dort saß, fühlte ich mich als hätte ich einen Kreativitätsraum getreten, der vor Inspiration, Herzlichkeit und Lachen nur so sprühte.

Neben der ersten Kollektion haben die zwei auch noch Upcycling-Produkte im Angebot. Aus ausgedienten Klamotten von Freunden, Familien und Bekannten schneidern sie neue Kleidungsstücke. Auf ihrem Youtube-Kanal haben sie hierzu übrigens auch bereits ein paar DIY-Upcycling-Anleitungsvideos hochgeladen! So kann sich jeder Schritt für Schritt ansehen, wie man ausrangierter Kleidung ein zweites Leben einhaucht. 

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier

Laura und Alex haben noch so viele Ideen im Kopf, dass da bestimmt noch einiges kommen wird! Eine zweite Kollektion ist bereits in Planung. Außerdem möchten sie ihre super Räumlichkeiten auch für andere Dinge nutzen, wie z. B. eine Klamottentauschbörse! Auf lange Sicht gesehen würden die zwei gerne eine faire Produktionsfabrik in Bangladesh gründen. Und das aus gutem Grund: die Menschen dort vor Ort leben zur Zeit von unserer Mode, auch wenn sie saumäßig schlecht bezahlt und ausgebeutet werden. Doch wenn nun alle Welt darauf pochen würde, nur noch regional zu produzieren, ständen dort ganz schön viele Menschen vor dem Aus. Deshalb möchten Laura und Alex eine Fabrik mit fairen Arbeitsbedingungen schaffen.


Seid ihr nun neugierig geworden? Hier seht ihr ein paar von Lauras und Alex eigenen BasicApe-Shooting-Fotos, die sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben :-)

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts Upcycling StartUp Atelier
Laura und Alex
 BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts StartUp

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts StartUp

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts StartUp

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts StartUp

BasicApe Dortmund faire Mode slow fashion Bio Baumwolle Siebdruckverfahren Tshirts StartUp

(Die Bildrechte für die letzten 6 Bilder liegen bei BasicApe. Models: Rami A., Sarah B., Veit Alex, Emanuel R. / Fotografin: Vivien Schulte / Hair & MakeUp: Mareen Peter / Video, das ich weiter oben verlinkt habe: Christian Mono)


Ihr findet BasicApe auf folgenden Kanälen:
- ihr eigener Shop
- ihre Homepage 
- Instagram
- Facebook
- Youtube 
- Pinterest


Mit dem Gutscheincode "FräuleinsApe" bekommt ihr übrigens bis zum 31. Januar 2018 einen Rabatt von 10 % im BasicApe-Shop :-)

Ich danke Laura und Alex für diesen tollen Nachmittag in ihrem Atelier, wo sie mir so herrliche Einblicke in ihre Räume, ihre Kollektion, ihr Konzept und ihre Ideen gegeben haben!


[Zur Klarstellung: Für diesen Text habe ich keine Vergütung oder ähnliches erhalten! Ich finde die zwei und BasicApe sehr toll, das Gesamtkonzept sehr ansprechend und die Idee der fairen Bio-Mode total wichtig. Deshalb habe ich darüber gebloggt und euch davon berichtet. Hierbei handelt es sich nicht um kennzeichnungspflichtige Werbung.]