Depression

Bei mir wurde im Sommer 2013 eine mittelschwere bis schwere Depression diagnostiziert. Es folgten 9 Monate Krankenschein, 5 Wochen Reha und eine 4-wöchige Wiedereingliederung. Das Bloggen hat mir geholfen, nach vorn zu schauen und den Mut nicht zu verlieren. Mittlerweile habe ich mich mit der Krankheit ganz gut arrangiert. Ich weiß, dass es wieder Tiefs geben wird. Aber ich weiß auch, dass sie wieder vorbei gehen werden. Depression ist eine chronische Erkrankung, die mich die kommenden Jahre begleiten wird, auch wenn ich meine Therapie beendet habe und das Antidepressivum mittlerweile absetzen konnte. Und weil sie ein Teil von mir und meinem Leben ist, wird sie auch ein Bestandteil meines Blogs bleiben. Bis heute merke ich die Auswirkungen der Krankheit im Alltag. Mal durch körperliche Erschöpfung, mal durch verschiedene Zwischentöne in meiner Stimmung und Wahrnehmung. Dadurch, dass ich die Warnsignale meines Körpers heute besser erkennen kann, erkenne ich auch ein herannahendes Tief eher. Außerdem nehme ich mir stundenweise Auszeiten nur für mich, ohne einen anderen Menschen. Und spätestens, wenn die Dissoziationen einsetzen, weiß ich, dass ich mal wieder dringend mehr auf mich achten muss. Doch auch meine Glaubenssätze spielen eine große Rolle und es kostet viel Kraft, sie durch neue, positive zu ersetzen.

Ich habe hier meine Gedanken dazu aufgeschrieben, wie schwierig es ist, sich Hilfe zu suchen, wenn man Hilfe braucht, oder einen Therapiewechsel bewillig zu bekommen oder wie abwertend ich von einer Frauenärztin und ihrer Sprechstundenhilfe behandelt wurde, als sie von meiner Depression erfuhren.

Meine Angst vor der Depression bzw. die Angst vor der Angst vor der Depression habe ich hier beschrieben. 

Doch was ist eine Depression? Wer kann eine Depression bekommen? Und was bewirkt sie in mir, als Betroffene? Eine sehr liebe Freundin stellte mir mal einige Fragen, weil sie die Krankheit nicht verstand. Daraus entwickelte sich eine Art Interview per Email zwischen uns beiden. Die Fragen habe ich in meiner Themenreihe "Was heißt Depression für mich?" beantwortet.  

Was heißt Depression für mich


Hier kommen die Fragen und die Klicks zu den Antworten:

  • Teil 1: Depressionen bezeichnet man doch als Krankheit im Kopf? Was passiert da genau? KLICK 
  • Teil 2: Hängt deine Therapie direkt mit deiner Depressionen zusammen? Warum wird deine Depression durch "alten Kram" verstärkt?  KLICK
  • Teil 3: Wie fühlt sich ein Tief an? Was passiert, wenn du weinen musst? Hast du Angst? Wodurch wird dieses Bedürnis ausgelöst? Hast du dabei auch Kopf- oder andere körperliche Schmerzen?  KLICK 
  • Teil 4: Wie ist dein Alltag mit deiner Depression, wenn du kein Tief hast? Merkst du die Krankheit dann auch?   KLICK 
  • Teil 5: Was erwarte ich von meinen Freunden?    KLICK
  • Teil 6: Warum machst du während eines Tiefs so viele Ausflüge?   KLICK  
  • Teil 7: Wie sieht die Welt aus deinen Augen in Tiefphasen aus?   KLICK

Seit Anfang 2016 gibt es das Projekt "Gib Depressionen ein Gesicht" von Dirk Ludwig. Hier findet ihr ein Interview von mir mit ihm.

Wenn ihr selbst eine Depression habt oder jemanden kennt, der Hilfe braucht, schaut mal unter diesen Links. Ich finde sie sehr hilfreich:
Angebote in Dortmund: 

Es gibt noch viele andere Blogs, die sich speziell und zum Teil mit dem Thema Depression auseinander setzen. Ich lese sehr gern bei Nora Fieling, Annie von Hoffnungsschein, Herrn Bock und Dennis von Depressiv Leben. Außerdem beschreibt Tim von MyMonk viele Dinge, Emotionen und innere Abläufe, die häufig auch auf mich zutreffen. Seine einfachen Übungen und Tipps zu Herangehensweisen helfen mir oft weiter! Mischa von Adios Angst schreibt über seine Panikattacken und seine Depression, wie er lernte damit umzugehen und wie er heute im Alltag lebt.
Bei Tobi Katze stehen sehr eingehende Texte von ihm und seinem Leben mit der Depression, zu denen leider keine neuen mehr dazu kommen, weil er mit dem Blog aufgehört hat. 

Kommentare:

  1. Wow!!!! Vielen Dank für diesen ehrlichen und eindrucksvollen Einblick. Vor allem das mit den Ausflügen, wenn es einem schlecht geht. Das werde ich ausprobieren.
    Ich fühle mit dir.
    LG von Frau P

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herzlich willkommen auf meinem Blog :-)
      Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausflüge machen und ganz viel Kraft für deine Krankheit!
      Liebe Grüße,
      Frauke

      Löschen
    2. Oh das ist so lieb von dir! Danke

      Löschen
  2. Durch den Blogger-Urwald zufällig hier angelangt, bin ich beeindruckt! Wie mutig ehrlich die Aussagen geschrieben und Gefühle ausgedrückt sind...

    ...auch ich bin depressiv inzwischen. Durch 12 Jahre Arthrose - vielleicht - oder eher durch unseren deutschen Ärzteunverstand, durch die Handhabung der Krankenkassen, die ihre Patienten durchschieben an die Rentenanstalt...

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Heidrun,
      erst mal herzlich willkommen bei mir :-)
      Danke schön für deine lieben Worte! Über so positives Feedback freu ich mich immer :-)
      Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg!
      Liebe Grüße und vielleicht lesen wir uns hier irgendwo nochmal wieder?!
      Frauke

      Löschen
  3. Ich leide auch seit meinem 20. lebensjahr an Depressionen.
    Viel hat mir meine Familie und auch meine Tageslichtlampe geholfen, die mich jeden Morgen mit schönen bunten Lichtstrahlen weckt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Julia!
      Schön, dass du zu mir auf den Blog gefunden hast!
      Ich habe es auch mal mit einer Tageslichtlampe probiert. Leider habe ich keine positiven Effekte dabei gemerkt. Super, dass du so positive Erfahrungen damit machst! So ist jede(r) anders :-)
      Liebe Grüße, Frauke

      Löschen
  4. Hallo liebe Frauke!

    Mehr oder weniger zufällig bin ich gerade auf deinen Blog gestoßen. Ich habe schon viele Blogs zum Thema Depression gelesen und muss sagen, dass mir deiner mit 1-2 anderen am besten gefällt. Schönes Design, gut geschrieben und insbesondere das, was du zu sagen hast, ist so ungemein wichtig, um gesellschaftliche Vorurteile und Schwierigkeiten im Umgang mit der Depression abzubauen und einen realistischen Einblick hinsichtlich dessen zu vermitteln, wie ein Leben mit Depressionen aussehen kann. Speziell deine Erfahrung mit der Frauenärztin ist erschreckend... Man sollte doch meinen, dass Ärzte - ganz egal, aus welcher Fachrichtung sie kommen - grundsätzlich Verständnis für Krankheiten unterschiedlichster Art besitzen sollten. Das zeigt noch einmal mehr, wie wichtig der Diskurs über Depressionen und psychische Erkrankungen im Allgemeinen noch immer ist. Ich freue mich, mehr von dir zu lesen und hoffe, dass wir weiterhin dazu beitragen können, dass die Depression als das anerkannt wird, was sie ist: Eine ernstzunehmende Krankheit.

    Herzliche Grüße
    Madeline

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Madeline,
      herzlich willkommen auf meinem Blog :-) Es freut mich sehr, dass du hierhin gefunden hast!
      Vielen Dank für deine lieben Worte :-) Genau, ich möchte hier Betroffenen und Nicht-Betroffenen zeigen, wie der Alltag mit einer Depression aussehen kann. Zumindest mein tägliches Leben spiegelt sich hier sehr wider. Auch wenn jede Depression anders ist und jeder Mensch mit Depression etwas anderes erlebt und empfindet, so gibt es doch gewisse Überschneidungen. Und vielleicht gelingt es uns so nach und nach die Vorurteile gegebenüber der Krankheit und den Menschen mit Depressionen abzubaue.
      Liebe Grüße, Frauke

      Löschen

Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)