Samstag, 24. Dezember 2016

Liebe Grüße von der Weihnachtsfrau(ke)


Ich wünsche euch frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und viel leckeres (zum größten Teil ungesundes) Essen :-)

Weihnachten Weihnachtsgrüße Weihnachtsfrau Hund Weihnachtspulli


Genießt die Zeit, egal ob mit Familie, mit Freunden oder auch ganz allein! Hauptsache ihr fühlt euch wohl, so wie ihr gerade Weihnachten feiert! Lasst die Hektik draußen und konzentriert euch auf das, wonach euch jetzt im Augenblick der Sinn steht.

Weihnachten ist ein Gefühl, 
das im Herzen und im Bauch kribbelt, 
losgelöst von allem Konsumzwang der Geschäftswelt.

Vielleicht lesen wir uns vor Silvester noch mal mit einem Jahresrückblick, aber das entscheide ich spontan nach Lust und Laune und Stimmung und Energie :-)

Bis bald!

Eure Weihnachtsfrau(ke) mit Mina


Montag, 19. Dezember 2016

Träume sind keine Schäume!

Ich habe Albträume seit ich denken kann. Der früheste, an den ich mich erinnere, war, als ich ungefährt 3 oder 4 Jahre alt war. Damals träumte ich, der ganze Kindergarten würde langsam mit Wasser vollaufen. Wir haben noch alles versucht und leere Behälter heran getragen, aber das Wasser war nicht mehr zu stoppen. Ein anderer spielt etwa 1 oder 2 Jahre später. Damals war tagsüber immer ein Zivi bei uns, um meine Schwester in den integrativen Kindergarten zu begleiten. In meinem Traum saßen wir zu dritt an unserem Esstisch. Der Zivi nahm ein kleines Messer und eine Untertasse, die er unter das Handgelenk meiner Schwester stellte. Dann fing er an, ganz langsam die Hand vom Arm abzuschneiden und fing das herablaufende Blut auf der Untertasse auf.

(Übrigens: damals durfte ich kaum fernsehen: An einem solchen Einfluss kann es also nicht gelegen haben, dass ich solche Bilder in mir drin hatte.)

So prägnante Bilder begleiten mich in allen möglichen Traumgestalten und Traumvariationen mein Leben lang. Bevor ich mit meiner Therapie anfing, kamen sie immer mal wieder phasenweise. Aber wenn sie kamen, dann geballt und für mehrere Wochen am Stück. Ich habe nachts viele Menschen sterben sehen, ermordert aufgefunden, wurde selbst aufs bitterlichste verfolgt oder habe mein Leben auf verschiedene Weisen beendet.

Gerade im Urlaub auf den auspowernden Radreisen (ich habe hier schon mal über meine Fahrradliebe erzählt) oder bei den Wanderurlauben kamen nachts die bedrückensten Träume aus meinem Unterbewusstsein. Sobald der Alltagstrubel um mich herum ausgeschaltet war, meldete sich etwas in mir drin und wollte Gehör finden. Da ich tagsüber nicht in mich hinein hören wollte (oder konnte?), meldete sich mein Unterbewusstsein nachts umso heftiger und deutlicher. Damals habe ich mich damit abgefunden. Schließlich kannte ich diese Art der Träume schon immer und dachte, sie wären halt einfach da und dann ist aber auch vorbei mit der Bedeutung. Dass mein Körper mir damit etwas sehr deutlich sagen wollte, darauf kam ich erst mit Hilfe meiner Therapie.

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Von der "normalen" Traumdeutung mit Hilfe von starren Symbolen, die dann eine oder mehrere zugewiesene Bedeutungen haben, halte ich nicht viel. Diese vorgeschriebenen, einheitlichen Deutungen sind mir zu oberflächlich und zu weit von mir als Individuum mit eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen entfernt. Ich habe auch von einigen Therapeuten in der Reha und im Internet gehört, die eine Umdeutung des Traum-Endes vornehmen, um den Traum abzumildern und dann abzuhaken. Das ist auch nichts für mich. Mein Traum ist mein Traum und einfach das Ende umzuschreiben, sobald ich wach bin, damit kann ich nichts anfangen.

Stattdessen habe ich gelernt, die Traumbilder als etwas zweitrangiges anzusehen. Sie sind ein Teil von etwas ganzem, aber nicht das, was wirklich von Wichtigkeit ist, um meine Träume zu verstehen. Wenn ich nach einem Traum aufwache, höre ich in mich hinein. Welche Emotionen waren während des Traums da? Haben sie sich im Traum verändert, weiterentwickelt? Welche Emotion war besonders stark, welche besonders schwach? Hatte ich schon mal einen Traum mit ähnlichen Emotionen? Wie fühlt sich der Traum jetzt gerade an, direkt nach dem Aufwachen oder auch im Laufe des Tages? Was macht diese Emotion mit mir, die ich nachts geträumt habe?

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Ich schaue also sehr stark auf die Gefühle und Empfindungen, die mir mein Unterbewusstsein im Traum vermittelt hat. Anfangs war das sehr schwierig. Viel zu sehr war ich mit den Traumbildern beschäftigt und konnte die Emotionen gar nicht separat erfassen. Doch mit der Zeit und den fokussierten Nachfragen meines damaligen Therapeuten klappte es immer besser. Zeitweise habe ich dafür ein Traum-Tagebuch geführt, wo ich die Emotionen niederschrieb (und teilweise auch die Bilder festhielt, um nach einem Albtraum wieder einschlafen zu können).

So hatte ich damals zum Beispiel einen Traum, wo meine Mutter vor meinen Augen im Meer von einer riesigen Welle erfasst wurde und ertrank. Dann wechselten der Ort und die Zeit. Meine Schwestern, meine Mutter und ich waren in einem unheimlichen Gebäude mit vielen Räumen, verschiedenen Etagen und unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Wir mussten schnellstmöglich aus dem Haus verschwinden und suchten verzweifelt einen Ausweg. Die Traumbilder sind dabei erst einmal sehr plastisch und verwirrend. Doch meine Emotionen waren sehr klar: erst war ich hilflos, verzweifelt als ich meine Mutter sterben sah, ohne eingreifen zu können. In dem Gebäude war ich panisch und voller Ängste. Doch meine Familie hat sich vor mich gestellt und ist voraus gegangen. Sie haben mich beschützt und mit mir gemeinsam einen Ausweg gesucht. Das Gefühl von Beschütztwerden, Gemeinsamkeit und Zusammenhalt hat überwogen.

Erst gestern hatte ich wieder einen sehr krassen Traum. Die Bilder dazu habe ich gar nicht mehr groß präsent. Aber die belastenden Gefühle von Verlassenheit, Minderwertigkeit, Abwertung und Ausgestoßensein, die waren nach dem Aufwachen noch sehr in mir am arbeiten. Es hat wirklich etwa 2 Stunden gedauert, bis ich halbwegs in der Realität angekommen war, so sehr fühlte ich mich von den Emotionen überwältigt. Auch hier weiß ich mittlerweile, was mir mein Unterbewusstsein sagen wollte. Die letzten Monate waren sehr anstrengend: Minas Leishmaniose-Erkrankung, meine penetrante Zahnwurzelentzündung, .... , das Kunsttherapie-Wochenende in dem es um die Arbeit mit dem inneren Kind ging (und das bis heute noch in mir nachwirkt und vieles anstößt, lostritt, aber auch heilen lässt), langsam zurückkehrende Erinnerungen und dann die echt starken Stimmungsschwankungen der letzten Woche,....,... Eigentlich kein Wunder, dass mir mein Körper und mein Unterbewusstsein da irgendwann mal den Vogel zeigen und um etwas Ruhe bitten. Wenn ich nicht richtig hinhöre bzw. entsprechend handel, dann zeigen sich meine Ängste halt nachts.
(Das Wochenende habe ich deshalb bewusst langsam begonnen und so auch fortgeführt. Und für die wahrscheinlich recht trubeligen Weihnachtstage habe ich mir einen Plan zurecht gelegt, um ausreichend Ruhepausen für mich allein zu haben. )

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Ihr seht, wenn ich ausreichend auf mich, meinen Körper und meine Bedürfnisse achte, brauche ich keine Albträume. Doch wenn ich es irgendwo schleifen lasse (sei es aus alter Gewohnheit oder weil es vermeintlich gerade nicht in den Kram passt), dann schreit mein Unterbewusstsein nachts ordentlich laut um Hilfe. Es ist an mir auf mich zu achten. Mir Zeit für mich zugeben. Mir Zeit zum Verarbeiten und zur Heilung zu geben (Gerade das Kunsttherapie-Wochenende war so sehr intensiv und tiefgehend in meine Psyche hinein, wo ich sonst echt nicht so tief reinkomme!). Und wenn ich es doch mal vergesse, versuche ich seit einiger Zeit bestmöglich auf die Traumemotionen zu hören und im Alltag etwas zu verändern, um mein Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Albträume sind damit ein wichtiger Bestandteil meiner Depressionsalarmsignale, die mich für gewöhnlich rechtzeitig vor einem herannahenden Tief warnen.

Ich kann nicht sagen, dass ich dankbar für diese krassen Albträume bin. Aber ich habe gelernt, aus ihnen etwas abzuleiten, das für meine Selbstfürsorge wichtig und unverzichtbar ist. Die Emotionen, die ich nachts verarbeite, habe ich bis dahin tagsüber schön unter den Teppich gekehrt und ihnen nicht den Raum gegeben, den sie gebraucht hätten. Wenn ich also nachts schweißgebadet aufwache, ist es an der Zeit in mich hinein zu hören und zu schauen, was gerade bei mir nicht im richtigen Gleichgewicht ist, wo ich mal genauer hinsehen sollte, was zu kurz kommt oder wo etwas eine zu starke Gewichtung bekommt.

Für mich sind meine Träume ein wichtiger Indikator dafür, wie es mir aktuell geht. Und zwar nicht mit klarem Kopf gedacht, sondern vom Unterbewusstsein her gesprochen.

Genauso, wie ich belastende Albträume habe, habe ich auch wunderschöne Träume mit sehr positiven Gefühlen. Nur bleiben die meist nicht so nachhaltig im Gedächnis, wie das mit schönen Dingen ja meist der Fall ist ;-)

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Wie ist das bei euch? Habt ihr auch intensive Träume? Wie geht ihr mit ihnen um? Was hilft euch, wenn ihr aus einem Albtraum aufwacht?

Freitag, 9. Dezember 2016

Eine shopping-süchtige Freundin hat Geburtstag und bekommt deshalb einen selbstbestickten Shopping-Beutel

Eine sehr liebe Freundin von mir hat heute Geburtstag. Eines ihrer größten Hobbies ist das Shoppen, so bescheuert das auch klingen mag :-) Als ich überlegt habe, was ich ihr dieses Jahr schenken könnte, kam ich deshalb recht schnell auf eine Einkaufstasche, die natürlich entsprechend verziert werden musste. Nachdem die ganzen Plastiktüten abgeschafft wurden, ist so eine stabile Tragetasche doch immens wichtig geworden!

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Als Vorlage des Beutels habe ich einen anderen aus meinem Fundus genommen und ihn einfach dreimal aus dem dicken Baumwollstoff ausgeschnitten. Dreimal, weil zweimal außen und einmal innen zur Verstärkung, da wo hinterher die Rückseite der Stickereien sein würde. Sonst könnte ich mir vorstellen, dass meine Freundin beim Shoppen ihre gekauften Dinge hinein stopft und dann in den rückwärtigen Fäden hängen bleibt.

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Die Henkel haben die selbe Länge, wie der Beutel hoch ist und ich habe sie wie Schrägband vor dem zusammen nähen nach innen gebügelt um sie möglichst stabil zu bekommen. 

Den Spruch habe ich in letzter Zeit häufiger auf allen möglichen Kanälen gesehen und so setzte ich mich mit mehreren leeren Blättern und einem gespitzten Bleistift hin um das Stick-Design zu entwerfen. Nach einigen Versuchen stand die Vorlage dann. Ich habe sie vorsichtig mit Bleistift auf den Stoff übertragen und mit verschiedenen Stickmustern und -garnen nachgestickt. Für das "SHOPPEN" und die Girlande drumherum habe ich das Garn geteilt und nur zweifädig gestickt, damit die Girlande/das Schriftbild etwas schmaler wird und somit erkennbar bleibt.

Da, wo zum Schluss noch Bleistift zu sehen war, habe ich ihn behutsam mit einem weißen Radiergummi wegradiert. Und wo er dann immer noch sehen war, bin ich vorsichtig mit etwas Wasser und Seife dran gegangen.

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Das Zusammennähen der drei Stoffe ging recht fix. Schwups noch die Henkel dran und fertig :-)

Das Sticken per Hand mit Nadel und Faden hat mich einiges an Zeit (und Nerven) gekostet. Das Nähen mit der Nähmaschine war schnell geschehen.

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Nun hoffe ich, dass sich meine Freundin heute Abend bei der Geschenkeübergabe über den Shopping-Beutel freut :-)

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Schwedenrückblick - der letzte Teil ...seufz...

Heute nehme ich euch mit auf die letzten 6 Tage unserer dreiwöchigen Schwedenreise. Beim letzten Rückblick endeten wir auf einem sehr idylisch gelegenen Campingplatz in der Nähe von Norebyn. Morgens lachte uns die Sonne an, während wir sehr entspannt mit Blick auf den blauen See vor uns frühstückten.

Nach dem Einpacken ging es los. Seit einigen Tagen bewegten wir uns ganz grob Richtung Süden, sprich der Heimweg war mehr oder weniger schon angetreten. Und so fuhren wir auch heute in südliche Richtung weiter.

Während wir so fuhren, kamen wir an einem Aquädukt vorbei. Kurzentschlossen hielten wir an dem dazugehörigen Parkplatz und schauten uns das beeindruckende Bauwerk näher an. Es ist eine Kombination aus Wasserstraße, Eisenbahnbrücke und Autoverkehr:

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Von hier aus ging es weiter Richtung Vänernsee. Dort waren wir ja schon mal an der nördlichen Küste. Nun hatte der weltbeste Beifahrer in dem etwas älteren Reiseführer den an der westlichen Küste gelegenen Schärengarten namens "Yttre Bodane" entdeckt.

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Landschaftlich erinnerte er uns an die vielen vorangegangenen Nationalparks, durch die wir bereits gewandert waren. Viel moosige Untergründe, einige felsige Etappen, viele Blaubeeren (die man natürlich die ganze Zeit in den Mund stecken muss, während man die Natur erkundet) und natürlich Wasser in Form des Vänern. 

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An einer besonders schönen Stelle direkt am See legten wir eine Pause ein, hielten die Füße ins Wasser und verspeisten einige mitgebrachte Nüsse.

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Nach einigen schönen Kilometern in der Natur bestiegen wir das Auto und fuhren weiter zur Westküste Schwedens. Wir hatten schon gehört, dass die Westküste arg touristisch, hochpreisiger und mitunter sehr überlaufen sein soll. Doch nachdem wir die Ostküste so schön fanden, wollten wir auch die Westküste kennenlernen. So verschlug es uns nach Fjällbacka.

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Laut unserem treuen Reisebuch aus der Bücherei soll hier in den Felsen ein Teil von Ronja Räubertochter gedreht worden sein.

Wenn man vorher schon hört, dass die Westküste nicht so das an Schweden ist, was wir bisher gesehen und geliebt haben und dann noch ein bekannter Drehort dort liegt, ja, dann hätte man sich vielleicht denken können, wie VOLL der Ort sein könnte. Hatten wir aber nicht. Glaubt mir, der Ort war sehr voll. Und teuer. Und die Leute waren auch sehr schniecke angezogen. Alles war einfach so ganz anders, als die letzten Wochen.

Als wir an den festgemachten Booten vorbeikamen, saßen dort ein Vater (oder Opa?) mit einem kleinen Mädchen. Die zwei waren sehr vertieft. Sie hielten einfache Holzangeln ins Wasser. Am Schnurende war jeweils eine Wäscheklammer befestigt. Mit denen holten sie ganz eifrig einen Krebs nach dem anderen aus dem Hafenbecken raus. Dass Krebse mit Wäscheklammern gefischt werden war mir neu :-)

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Weil der restliche Ort aber weniger idyllisch war, entschieden wir uns relativ schnell gegen das eingeplante Eis (das natürlich völlig überteuert in einem überlaufenen Laden verkauft wurde) und machten uns stattdessen auf die Suche nach einem ruhigen Platz für die Nacht. Tja, an der überlaufenen Westküste ist das nun nicht ganz so leicht. Wir fuhren bei zwei Plätzen weiter, nachdem wir gesehen haben, wie voll es dort ist und wie teuer die Stellplätze waren.

Als wir schon fast aufgeben wollten, tauchte am linken Straßenrand ein einfach gehaltenes Holzschild auf, das auf einen sehr neu aufgemachten Stellplatz hinwies. Da fackelten wir nicht lange und hielten an. Der Platz war noch so neu, dass außer einer großen Wiese und einem einfachen Spülbecken nicht viel vorhanden war. Die Grillplätze waren im entstehen, die geplanten Klohäuschen noch gar nicht zu sehen. Und frisches Trinkwasser war auch keines vorhanden. Aber es war ruhig und weitläufig und bisher stand nur ein einziges Wohnmobil dort! Also wurden schnell die Wasservorräte gesichtet (bis zum nächsten Morgen sollte es reichen, wenn es richtig eingeteilt würde) und die Anleitung auf dem Holzschild studiert, wie man hier nun genau bezahlt. Als einzige Bezahl-Möglichkeit wurde paypal angegeben. Tja, und so stellte ich zum ersten Mal im ganzen Urlaub mein Internet am Handy an, wartete auf das schwachvorhandene Funksymbol und bezahlte ziemlich neumodern den Stellplatz. Als das erledigt war, stellte ich - zack - das Internet wieder aus, bevor die ganzen Nachrichten der letzten 2 Wochen eintrudeln konnten.

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Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten und der Schlafplatz im Auto hergerichtet war, packten wir den Grill aus und grillten im schönen Sonnenlicht des Abends leckere Spieße :-) Um uns herum war es schön ruhig und so genossen wir den Abend gleich doppelt, nachdem der Abstecher in Fjällbacka auf eine Nacht auf einem überfüllten Campingplatz hingedeutet hatte.

Als es langsam etwas dämmerte (wegen der erst vor kurzem stattgefundenen Mittsommernacht wurde es ja eigentlich gar nicht so richtig dunkel) erkundete mein Freund noch etwas die Gegend. Nach einigen Minuten stand er ziemlich aufgedreht wieder vor mir: er hatte quasi direkt neben uns, dort hinter den Bäumen, riesige Felsen entdeckt, auf die man problemlos klettern konnte!

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Die Felsen sehen hier sehr klein aus, aber in Wirklichkeit waren sie echt richtig hoch und wir konnten unseren Blick über die ganzen umstehenden Bäume schweifen lassen.

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Nach einer schön ruhigen Nacht packten wir schweren Herzens unsere sieben Sachen zusammen. Gerne wären wir noch eine weitere Nacht geblieben, aber unser Trinkwasser war endgültig zu neige gegangen. Die nun folgende Autofahrt war eine ziemliche Irrfahrt. Die grobe Richtung "Süden" behielten wir bei, aber es kamen irgendwie keine schönen Orte, die zum Anhalten einluden. Keine beschaulichen Naturplätze oder süße Eiscafés. Und während wir so fuhren, verfuhren wir uns, obwohl wir ja gar kein richtiges Ziel hatten. An dem Tag war irgendwie der Wurm drin. Das einzige, was uns gelang, war ein Großeinkauf in einem Maxi-Supermarkt. Aber bei der Autofahrt gab es noch nicht mal Campingplatzschilder, wie wir es sonst gewohnt waren. Und so schauten wir uns mehrere auf unserer Schwedenübersichtskarte aus, die dort eingezeichnet waren. Aber die gab es nicht oder wir fanden sie nicht. Irgendwann machte mein Freund sein Fahrradnavi an, das wir für Wander-Verirr-Notfälle eingepackt hatten, und schaute dort nach verzeichneten Stellplätzen. Hiermit klappte es dann irgendwann und wir landeten in Hindas.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer

Zum Abendessen ließen wir uns typisch schwedisches Essen schmecken: Kotbullar, Kartoffelbrei, angemachte/eingelegte Gurken, Preiselbeeren und Rote-Bete-Salat. Zumindest der Großeinkauf im Supermarkt war also ein riesen Erfolg gewesen :-)

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer

Der See war wieder direkt in nächster Nähe vom Auto. 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und wegen eines dringenden Bedürfnisses die Schiebetür öffnete, stand ich vor einer Nebelwand. Das sah so krass aus! Das Klo-gehen war dann ziemlich fix erledigt, weil ich mir natürlich direkt die Kamera schnappen musste und zum See gegangen bin: 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Hindas Nebel

Der Großeinkauf im Maxi-Supermarkt hatte leider auch zur Folge, dass man Freund seinen lang gehegten Einkaufstraum umsetzen konnte: es gab Blutpudding. Auch typisch schwedisch. Für ihn angebraten sehr lecker, für mich ein sehr gewöhnungsbedürftiger Geruch am frühen Morgen...

Von hier aus fuhren wir weiter. In Kinna hielten wir für ein zweites Frühstück, bestehend aus Kuchen, an einem süßen Café an.

Die Suche nach einem Stellplatz gestaltete sich auch an diesem Tag als recht schwierig. Dieser westliche Teil von Schweden ist halt wirklich voller, als die sonstigen Bereiche. So fuhren wir an zwei Campingplätzen weiter (...an einem waren sogar Hunde verboten...) und hielten erst in Holsljunga endgültig an.

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Die lange Fahrt hat sich sehr gelohnt! Bis zum See waren es vielleicht 20 m und der Sandstrand war unübertroffen gut! Das Wasser war die ersten bestimmt 50 m sehr flach und dementsprechend aufgewärmt, was für eine wasserscheue Person wie mich durchaus wichtig ist :-) Mina hatte ihre riesige Freude und tobte durch das Wasser und sprang und holte Stöckchen und schwamm! 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Ab mittags haben wir uns am Strand in der Sonne geaalt und das schöne Wetter genossen. Nun ratet mal kurz, wer wohl abends ordentlich verbrannt war und die ersten Anzeichen von einem schönen Sonnenstich hatte? Richtig. Ich. 

Schweden Campingtrip Urlaub mit Hund Rundreise Roadtrip Sommer Holsljunga Sand Strand

Aber weil es hier so schon war, beschlossen wir den letzten Tag und die letzte Nacht in Schweden genau hier zu verbringen. Morgens regnete es noch etwas dauerhaft, aber ab mittags kam die Sonne wieder schön raus.

Ja, und nun stand uns wirklich die endgültige Heimreise bevor. Bei Helsingborg setzten wir mit der Fähre über, fuhren durch Dänemark und dann mit der Fähre nach Fehmarn.

An einem ziemlich großen Campingplatz an der Ostsee schlugen wir unser Nachtlager auf. Was war das für eine Umstellung nach den schwedischen Wochen. Die deutsche Sprache, die deutsche Gründlichkeit bei der Anmeldung und die ganzen Verbotsschilder überall. Bezahlen ging natürlich auch nur noch bar und nicht mehr per Kreditkarte. Um dem ganzen noch ein bißchen was schönes abzugewinnen, gingen wir ans Meer. Mit einer Flasche Bier atmeten wir die frische Luft ein, versuchten die Schreie nach "Chantal" und "Kevin" aus Gelsenkirchen (ernsthaft, kein Scherz) zu überhören und genossen den letzten richtigen Urlaubsabend. Nach dem Abendessen wurde ich urplötzlich totmüde und verzog mich zügig ins Bett. Die lange Autofahrt, die zwei Fähren und überhaupt die Schwermut des Urlaubsendes waren irgendwie zu anstrengend für mich gewesen. Als ich nachts noch mal für kleine Mädchen musste, war ich erstaunt, wie dunkel es war. Aber ja, in Deutschland wird es wieder "richtig" Nacht und nicht nur so eine Dämmerung wie in Schweden kurz nach der Mittsommernacht.

Der letzte Tag ist kurz erzählt: wir fuhren die letzten paar hundert Kilometer heim.

Seufz.

Ihr merkt, die drei Wochen waren sehr toll, intensiv, erholsam, einprägsam, erdend und unvergesslich. Ich war danach so braungebrannt, wie noch nie (ein Hoch auf die schwache schwedische Sonne, bei der selbst ich eigentlich keine Sonnencreme brauche!), und mein Haar war so stark ausgebleicht, dass ich mehrmals hörte, ich würde nun original wie eine Schwedin aussehen :-)

Schweren Herzens beende ich hiermit den Schwedenrückblick.

Seufz.

Schön wars! Sehr schön!

Hier seht ihr die gerade beschriebenen Stationen auf der Karte:



Wenn ihr auch so auf Natur, Weite und Erholung steht, dann kann ich euch Schweden wirklich ans Herz legen. Egal, ob ihr mit dem Auto fahrt oder zu Fuß, mit dem Zug oder sonst wie und dann zeltet, es ist wirklich ein großartiges Land! Der Urlaub dort kann sehr günstig sein, wenn ihr, so wie wir fast immer selbst kocht, euch keine Luxus-Stellplätze raussucht und euch einfach viel in der einmaligen Natur aufhaltet.

Ich habe selbst erst einen kleinen Teil davon gesehen und schwärme selbst jetzt 5 Monate später noch genauso, wie kurz nach unserer Heimreise. Und: ich könnte immer noch direkt wieder losfahren!


Hier findet ihr alle Berichte dieser grandiosen 3 Wochen: