Dienstag, 27. September 2016

Es wird mal wieder Zeit zum Nähen: eine U-Heft-Hülle als Geschenk

Wisst ihr noch, vor einem Jahr? Da habe ich eine Freundin mit ihrem Freund zusammen und dreiminütigen Wehen ins Krankenhaus gebracht. Ja, ein Jahr ist das schon her und die Kleine, die damals geboren wurde, hat bereits die ersten freien Schritte hinter sich und ein paar Zähnchen im Mund. Seufz, wie die Zeit verfliegt!

(Damals hatte ich ihr übrigens zur Geburt eine selbstgenähte Krabbeldecke geschenkt, die sowohl bei den Eltern, als auch bei der Kleinen super ankam!)

Nun ist bereits ihr erster Geburtstag :-)

Weil ich da zwar gerne etwas schenken wollte, das aber auch irgendwie "sinnvoll" sein sollte, habe ich mich vorher bei der Mutter (sprich: meiner Freundin) erkundigt, was sie denn gebrauchen könne. Und da kam sie nach ein paar Sekunden des Nachdenkens auf eine noch fehlende U-Heft-Hülle.

U-Heft-Hülle nähen selber DIY Anleitung Geschenk Baby werdende Eltern Kind

U-Heft-Hülle nähen selber DIY Anleitung Geschenk Baby werdende Eltern Kind


So begann meine Suche nach einer entsprechenden Anleitung im großen weiten Internet, da ich selbst bisher kein U-Heft in Händen gehalten habe. Zwischen all den vielen verschiedenen fand ich bei Käthe von Nähte von Käthe eine recht hilfreiche Anleitung, anhand der ich mich orientiert habe. Diese U-Heft-Hülle hat innen sogar ein kleines Einschubfach für die Krankenversicherungskarte!

U-Heft-Hülle nähen selber DIY Anleitung Geschenk Baby werdende Eltern Kind


Als Stoffe habe ich wieder welche aus meinem Fundus verwendet. Wie auch schon bei den anderen Babyprojekten waren es Stoffe von meiner Oma, Uroma, Urgroßtante (von wem genau welcher Stoff stammt, weiß ich nicht mehr) und von mir selbst aus früheren Nähprojekten.

Um die Hülle noch zu Personalisieren habe ich den Namen der Kleinen auf einen Stoff gestickt, den ich wiederum per Hand auf den Hauptstoff genäht habe. 

U-Heft-Hülle nähen selber DIY Anleitung Geschenk Baby werdende Eltern Kind


Das Aufwendigste an der U-Heft-Hülle war übrigens das Zuschneiden, das mir generell nicht so liegt. Ich näh lieber ;-) Das Nähen inkl. dem Bügeln der Nähte ging ziemlich flüssig von der Hand!

Nun wünsch ich der Kleinen viel Spaß bei den zukünftigen U-Untersuchungen und dem ab sofort schick eingepackten Heft :-)


Braucht ihr vielleicht selbst noch eine Geschenkidee für (werdende) Eltern bzw. deren Kinder? Dann schaut euch mal diese Blogposts an:

Sonntag, 18. September 2016

Mein Weg zu einem achtsamen Leben und was mein Leben davon hält

Seit ich vor 3 Jahren die Diagnose "mittelschwere bis schwere Depression" bekam, ist viel Wasser den Dortmund-Ems-Kanal hinuntergeflossen. Während ich bis dahin dachte, ich stände halbwegs mit mir und meinem Leben im Reinen, zeigte mein Körper mir sehr deutlich, dass dem nicht so ist.

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

Ein Teil des Weges aus dem Tief heraus war meine Suche nach Achtsamkeit und Entschleunigung. Auch wenn diese Worte einige Zeit in vielen Blogs hoch und runter gekaut wurden als wenn es einfach Mode-Wörter wären, waren sie für mich sehr wichtig. Nur wenn ich genau in mich hinein höre, bemerke ich, was ich gerade brauche und wie ich mir gutes tun kann. Sobald ich diese Achtsamkeit verliere, verliere ich auch den Kontakt zu mir und meinen Gefühlen bzw. rutsche richtig schnell in das nächste Tief hinein. Nach und nach blende ich unbewusst alle Emotionen aus, auch die positiven, und reagiere nur noch auf das was gerade geschieht, anstatt bewusst einmal tief durchzuatmen und zu schauen, wie ich zwar weitermachen, mich dabei aber nicht aus den Augen verlieren kann.

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

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Mein früherer Therapeut hat mir ganz zu Anfang eine kleine Hilfestellung mit auf den Weg gegeben, um überhaupt ein Gefühl für meine Stimmungen, Emotionen und Körpersignale zu bekommen. Er hatte eine handvoll kleiner Steine auf seinem Tisch liegen, von dem ich mir einen aussuchen sollte. Den nahm ich mit nach Hause und legte ihn so, dass ich ihn auf jeden Fall mehrmals am Tag automatisch anschauen musste. Sobald mein Blick darauf fiel, horchte ich ihn mich hinein. Wie geht es mir gerade? Was fühle ich? Welche Emotionen oder auch Ängste sind gerade aktiv? Das völlig wertfrei und ohne lange zu überlegen. Einfach kurz in mich hineinhören und weiter machen, mit dem was ich gerade tat. Damit gewann ich ein erstes Gefühl für meine innere Stimme und auch für meinen Körper.

Ich habe vor zwei Jahren ein paar Texte zum Entschleunigen geschrieben. Erinnert ihr euch an meine Urlaubswoche, wo ich erst durch das Kreuzviertel geschlendert bin und dann mit meiner Familie über Pfingsten am Rhein gezeltet habe? Im Herbst war ich dann für ein Wochenende am Sorpesee. Im Winter hatte ich die "Chillen-mit-Mina"-Reihe gestartet um endlich mal chillen zu lernen.

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

Mein Leben oder auch ich mache es mir nicht leicht, die Achtsamkeit dauerhaft in meinen Alltag zu integrieren. Obwohl ich schon ein paar Jahre am Ball bin, bin ich noch lange nicht am Ziel angelangt. Ich brauche viele kleine Schritte um ein entschleunigtes Bewusstsein zu entwickeln um damit den selbstgemachten Stress rechtzeitig zu erkennen und mich dann bewusst dagegen zu entscheiden. Doch so alte Verhaltensmuster sind nun mal jahrelang, wenn nicht ein lebenlang erlernt und damit ein Teil meines Charakters. So gab es in den letzten Jahren immer wieder Rückschritte und ich geriet ins Stolpern. Das tat ich besonders gern dann, wenn Schicksalsschläge auf mich einprasselten und ich die vermeintliche Kontrolle über mein Leben bzw. meine Pläne verlor.

Und davon gab es einige. Da viele davon sehr privater Natur sind, habe ich sie hier auf dem Blog wenn überhaupt nur ansatzweise erwähnt. Mein früherer Therapeut sagte damals mal zu mir, dass es verschiedene Arten von Leben gibt. Einige Menschen führen ein fast langweiliges Leben, wo kaum etwas passiert. Und dann gibt es Menschen, wie mich, die in etlichen Lebensphasen einfach schon froh sein können, wenn mal ein oder zwei Wochen, manchmal auch Monate nichts schlimmeres passiert. Das fiel mir damals schwer zu akzeptieren. Aber meine Erfahrungen gaben ihm recht. Nur ist es an mir, einen achtsamen Weg durch mein Leben zu finden, auf dem ich mich selbst nicht aus den Augen verliere und nicht wieder in das Hamsterrad der alten Verhaltensmuster hineingerate.

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

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Am Freitag berichtete ich davon, wie schwer Mina erkrankt ist. Das hat mich die letzten Wochen viel Kraft gekostet und wird die nächsten Wochen auch noch so bleiben. Hinzu kamen immer neue Tiefschläge aus allen möglichen Bereichen. Und schwups, was mach ich? Ich reagiere, wie ich es gelernt habe. Die Entschleunigung des Schwedenurlaubs war schneller weg, als ich schauen konnte und ich verlor mal wieder den Blick für mich selbst. Einen großen Anteil daran trug die Tatsache, dass ich durch die kranke Mina stark an meine Wohnung gebunden war und wir nur noch sehr kurze Hunderunden machen konnten. Die Entspannung in der Natur, die ich sonst regelmäßig gesucht und gefunden habe, war für mich für mehrere Wochen ausgeschlossen, weil die Krankheit Mina so schlapp machte.

All die schönen Dinge, die das Leben lebenswert machen, rückten bei mir in den Hintergrund und ich fokussierte mich auf die vermeintlich wichtigeren Dinge, um die ich mich kümmern, sorgen und durchdenken musste. Doch Freitag Morgen merkte ich, dass das so nicht mehr lange weitergehen würde und ich dringend eine meiner Auszeiten brauche. Die unruhigen Nächte hatten das ihrige getan und so legte ich mich Freitag Nachmittag völlig erschöpft für mehrere Stunden schlafen. Das Bloggen am Freitag Abend tat sehr gut, weil ich einen Teilbereich der Dinge in Worte fasste, die mich die letzte Zeit so enorm belastet hatten.

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

Gestern Morgen beschloss ich deshalb dringend mal wieder aufs Wasser starren zu müssen. Das kannte ich aus der Vergangenheit schon: aufs Wasser starren tut so gut! Und so habe ich Morgens nur kurz gefrühstückt, mir einen kleinen Salat zurecht gemacht und war in der Nähe von Mengede am Kanal. Dort saßen Mina und ich und starrten lange auf den Kanal. (Dort sind übrigens auch die Fotos entstanden.)

Und das tat so gut!

Einfach mal die Sorgen loslassen. Den Autor meines Lebens mit seiner Vorliebe für Katastrophen für eine Weile mal nicht beachten. Bewusst atmen. Die Spiegelungen im Wasser und die Leichtigkeit der Vögel betrachten. Die Gedanken der selben Fließbewegung hingeben, die das Wasser vor mir hat.

Mein Leben kann noch so viele Überraschungen negativer Natur bereit halten, trotzdem ist es meine Aufgabe für einen bewussten Ausgleich zu sorgen und mich davon nicht überschwemmen zu lassen. Und hierbei ist es wichtig, dass ich mir regelmäßig Zeit für etwas Schönes "gönne". Hört sich bescheuert an, aber ich verzichte automatisch auf etwas Schönes, wenn um mich herum kein Anlass dazu gegeben scheint. Ja, immer noch, selbst nach 3 Jahren bewusstem Achten auf Achtsamkeit. Gelernt ist halt gelernt ;-) Nun übe ich weiter daran, mir ein neues Verhaltensmuster für solche Zeiten anzueignen, wo es mal nicht sooo doll läuft. Und während ich mich gerade noch durch ältere Blogposts geklickt habe, bin ich über diese 10 Kleinigkeiten gestolpert, die mich glücklich machen. Manchmal schreibe ich echt weise Dinge auf und manchmal beherzige ich sie sogar dann, wenn ich sie am dringensten brauche :-) So wie jetzt!

Mina Hunderunde Dortmund-Ems-Kanal Nachdenkliches Entschleunigung Achtsamkeit Depression

In diesem Sinne: verliert euren Weg nicht aus den Augen, auch wenn es mal ein paar Schritte rückwärts geht. Alte Verhaltensmuster wahrnehmen und durch neue, gesündere ersetzen, ist ein langer Prozess und der Weg macht hierbei manchmal Umwege... Man darf nur den Mut nicht verlieren!

Freitag, 16. September 2016

Eine Diagnose und die Welt steht Kopf - oder auch: mein Hund hat Leishmaniose

Die letzte Zeit ist es hier sehr ruhig geworden. Das hatte einen einfachen Grund: der Autor meines Lebens hat gerade eine sehr kreative Phase und haut mir eine Hiobsbotschaft nach der anderen um die Ohren. Die Nachricht, die mich zur Zeit am meisten auf Trapp hält, ist Minas Diagnose.

Kurz nach unserem Schwedenurlaub wurde sie immer schlapper. Sie lag viel rum und schlief überdurchschnittlich viel. Essen fand sie auch nicht mehr so richtig spannend und nahm dementsprechend ab. An ihr ist ja eh nie so viel dran, aber nach und nach verschwanden auch die letzten kleinen Fettschichten. Anfangs schob ich es aufs Wetter, auf die Rückkehr aus dem Urlaub (sie hängt sehr an meinem Freund und wir wohnen ja nicht zusammen, sodass ich eine Art Trennungsschmerz vermutete) oder auf einfach eine Magenverstimmung. Aber als die Symptome nicht besser wurden und sie immer mehr zu einem Schatten ihrer selbst wurde, ging ich mit ihr zum Tierarzt. Mein Mutterherz war mehr als besorgt...

Dieser tastete sie ab und erschreckte sich wegen einer extrem vergrößerten Milz. Zum Glück ergab der Ultraschall, dass es schonmal keine Tumore o.ä. waren. Die Lymphknoten am ganzen Körper waren geschwollen und sie hatte zu dem Zeitpunkt 1 kg abgenommen. Bei einem Startgewicht von 9,5 kg ist das nicht mehr witzig. Das Blutbild ergab ein diffuses, aber kein hoffnungsfrohes Bild. Als nächstes ließen wir die Mittelmeerkrankheiten im Blut überprüfen. Als ehemaliger Straßenhund lag das nun leider nahe...

Mina Hund Straßenhund ehemaliger Mittelmeerkrankheit Leishmaniose
Hier ein Bild aus dem Schwedenurlaub.

Der Anruf kam am nächsten Tag: Mina ist Leishmaniose-positiv. Das ist eine Krankheit mit einer Inkubationszeit von 7 Jahren und sie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Wenn sie früh genug erkannt wird. Leider war ihr Titer (der Antikörperwert) schon sehr hoch und auch die anderen Werte sahen nicht gut aus. Mein Tierarzt machte sich große Sorgen und schickte mich direkt weiter zur Tierklinik, die die entsprechenden Medikamente vorrätig hatten. Auch dort war man erschrocken über die schlechten Blutwerte und ihren Zustand. Von hier bekam ich Milteforan mit, das sie nun für 30 Tage bekommt und das die die Parasiten dezimieren soll. Außerdem Allopurinol, das im menschlichen Bereich gegen Gicht eingesetzt wird und hier beim Hund die Vermehrung der Leishmaniose eindämmt. Und um den Magen-Darm-Bereich zu schützen gaben sie mir noch Hartkapseln mit.

Am kommenden Tag bekam ich dann den nächsten Anruf vom Tierarzt, weil die restlichen Blutwerte da waren. Der Babesiose-Wert (ebenfalls eine, äh, wunderschöne Krankheit) sei auch sehr hoch. Aber die Behandlung wäre nicht ohne und er würde gern warten, bis Mina sich etwas stabilisiert hätte. Ihr Zustand wäre ja eh schon kritisch genug.

Ihr seht, nun hatte ich ordentlich viel Medikamente für ein Häuflein von Hund. Da begann die Suche im Internet nach näheren Informationen über die Krankheit. Schnell wurde mir klar, dass sie dringend eine purinarme Ernährung braucht. Kurzgesagt: Leishmaniose ernährt sich von Purin und Purin kommt in fast jedem Nahrungsmittel in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Außerdem bewirkt das Allopurinol, dass die Enzyme, die sonst das im Körper vorkommende Purin in Harnsäure umwandeln um es so wieder auszuscheiden, weniger arbeiten.

Nun wäre es ja ein leichtes, wenn ich einfach die Hundefutterdosen-Sorte ändern könnte. Ist es aber nicht. Die gibt es nämlich kaum purinarm. Weil fast jedes Hundefutter mit Innereien versetzt ist, ist der Puringehalt sehr hoch. Haut in egal welcher Variante fällt übrigens auch weg.

In meinem ersten Eifer stürmte ich einen Barf-Shop (barf = biologisch artgerechte Rohfütterung), weil ich gelesen hatte, dass barfen helfen kann, wenn man sich die Fleischbestandteile selbst zusammen stellt und die Innereien halt weg lässt. Nun bin ich dabei an einen "Experten" geraten, der mir alles möglich empfahl und mir sogar Pferdefleisch verkaufte, weil ihr das auf jeden Fall schmecken und auch helfen würde. Nun hatte ich im letzten Jahr schon mal einen Barf-Versuch gestartet und wusste, dass Mina rohes Fleisch jetzt nicht sooo witzig findet. Laut dem Inhaber des Shops müsste ich sie halt 3 Tage hungern lassen, dann würde sie es irgendwann fressen. Nö. Nicht bei einem Hund, wo mir der Tierarzt nicht sagen konnte, ob sie überlebt und nicht, wo sie gerade 1 kg abgenommen hatte. Ich habe trotzdem probiert, ihr das rohe Fleisch schmackhaft zu machen. Ohne Erfolg.

Um ihr genügend Nährstoffe zu zu führen, braucht sie zwar weiterhin Fleisch, aber der Fleischanteil muss gesenkt werden, weil Fleisch immer viel Purin enthält, auch wenn z. B. Pferd extrem viel hat und Rind, Huhn, Lamm etc. ok. sind. Das Fleisch koche ich ihr nun zusammen mit einem hohen Anteil Gemüse und etwas Obst. Das aber beides bitte Oxalsäure-arm, weil es sonst zu belastend ist. Und dazu noch etwas Reis oder Nudeln. Die Hartkapseln zum Magen-Darm-Schutz könnte ich weglassen, wenn Mina Haferschleim isst. Tja, tut sie aber nicht...

(Das übriggebliebene Barf-Fleisch hatte ich übrigens gekocht um es ihr so zumindest noch zu verfüttern. Schlechte Idee, wie ich hinterher erfuhr. Einige Hersteller packen Knochenteile mit unter das Fleisch und wenn die gekocht werden, kann das zu ganz neuen Problemen im Hund führen.)

Im Internet gibt es extra Purin- und auch Oxalsäure-Tabellen, die mir weitergeholfen haben. Außerdem bin ich auf das Leishmaniose-Forum gestoßen, wo man mir viele hilfreiche Tipps mit an die Hand gab/gibt!

Seitdem experimentiere ich herum, was sie frisst und was nicht. Sie ist da leider etwas schwierig...
 
Nun sind wir letzte Woche nochmal beim Tierarzt gewesen, weil sie eine Wunde am Auge hat, die ständig wieder anfing zu bluten und sie damit teilweise aussah wie ein Halloween-Hund. Diese Woche waren wir nochmal da, um die Medikamentation anzupassen (in der Tierklinik hatte man mir eine zu geringe Höhe gesagt). Außerdem haben wir nochmal Blut abgenommen. Am nächsten Tag kam der Anruf: die Blutwerte sind schon wieder abgesackt. Die Babesiose muss nun wirklich dringend behandelt werden, auch wenn ihr die Behandlung zusetzen wird. Ich habe sie mir dann direkt geschnappt und wir sind zu einem Tierarzt hier in der Nähe gefahren, der das Mittel da hatte. Die Spritze ist leider beim Spritzen sehr schmerzhaft und am kommenden Tag bekommt der Hund durch das Mittel wiederum Schmerzen. Super. In zwei Wochen braucht sie übrigens die zweite Spritze. Und nun hat sie auch noch Flöhe, die sie noch nie hatte, seit sie bei mir ist. Dagegen bekommt sie nun auch noch ein Mittel.

Je weiter ich mich mit der Leishmaniose beschäftige, um so mehr fügen sich einzelne Mosaiksteine zusammen. Das Humpeln im Frühling war wahrscheinlich das erste augenscheinliche Symptom. Dann die neuerdings rissigen Ballen, die seit dem Urlaub brüchigen Krallen. Die Wunde am Auge, die nicht verheilen will. Schuppige Hautstellen. Seit diesem Sommer verträgt sie warme Temperaturen nicht mehr gut und sie hechelt hin und wieder echt viel.

Zum Glück merke ich allmählich, dass Mina etwas fitter wird. (Ob eines der Medikamente sie hochputscht? Keine Ahnung...) Sie mag auch wieder kuscheln und auf Hunderunden läuft sie endlich wieder vor und nicht nur hinter mir. Ihr sonst sehr aktiven Ohren, die in letzter Zeit nur noch schlapp nach unten hingen, sind mehr in Bewegung und heben sich sogar etwas an. Die Nächte sind leider noch sehr unruhig. Manchmal muss sie mitten in der Nacht raus und ein dringendes Geschäft erledigen. Oder sie rennt unruhig in der Wohnung umher. Die etwas kühleren Temperaturen draußen tun ihr gut. Gerade in den Abendstunden geht es ihr wesentlich besser, als tagsüber. Aber von der alten Mina ist sie noch weit entfernt...

Der Tierarzt hat noch keine Entwarnung gegeben. Und ich mache mir große und viele Sorgen, auch wenn ich ihr gegenüber versuche mir diese nicht anmerken zu lassen. Dafür ist sie zu feinfühlig und ich möchte ihr nicht die eigene Hoffnung nehmen.

Drückt Mina bitte die Daumen, dass sie bald über den Berg ist und die Krankheit nicht gewinnt!


(Wenn das hier jemand liest, der sich näher mit Leishmaniose auskennt und sich über meine teilweise laienhaften Formulierungen wundert: für mich ist das Thema noch neu und ich gebe es hier so weiter, wie ich es bisher verstanden habe.)