Montag, 22. Februar 2016

Internationaler Tag des Gassi-Gehens

Heute Morgen beim frühstücken hörte ich im Radio, dass heute der Welttag "Geh mit deinem Hund raus" oder auch "Gassi-Gehen" ist. Nach einem kurzen Grinsen, fing ich an nachzudenken. Äh, weil, mal so ganz ehrlich: muss ein Hund nicht jeden, also wirklich ernsthaft, jeden Tag raus? Und zwar nicht nur einmal, sondern durchaus auch eher mindestens dreimal? Aber nun gut. Ein internationaler Tag für wer weiß was, ist immer für irgendwas gut. Und sei es nur, dass ich danach gegoogelt habe und dabei mehrere nette Hunde-Sachen gefunden habe, die ich nun mit euch teile :-)

In Mülheim bringt eine Besitzerin ihren zwei Hunden die kuriosesten und witzigsten Kunststücke bei, die man sich nur ausdenken kann.

Der größte Hund der Welt lebt übrigens in Amerika. Und dieser Chihuahua macht mit seinem Besitzer zusammen Yoga.

Was ich nicht wusste, aber eigentlich ganz logisch ist: mittlerweile gibt es Internetportale mit der Unterkategorie "Gassi-Gehen", damit Hundebesitzer sich zu gemeinsamen Hunderunden verabreden können. 

Außerdem werden die Seiten mehr, auf denen man nach schönen Hunderunden, -wiesen und -stränden suchen kann. Und auch Blogs für wanderbegeisterte Hunde und Besitzer werden häufiger und informativer (z. B. hier und hier).

Hunde können bei Depressionen u. a. dadurch helfen, dass man täglich mindestens dreimal vor die Tür muss (bei Wind und Wetter und Dauerregen). Und selbst wenn man selbst so gar nicht will und  laut der Depressions-Stimme im Kopf auch nicht raus kann: wenn der Hund muss, dann muss er und wer will sein Tier schon leiden sehen? Eben!

Internationaler Tag Welttag Gassi-Gehen Geh mit deinem Hund raus
Foto von heute. Im Dauerregen. Herrlich - nicht.

Mit Mina war es übrigens nicht immer so ganz einfach und friedlich, wenn wir vor der Tür waren. Hin und wieder war es am Anfang etwas laut, wenn wir unsere Hunderunden gedreht haben. Je nach Situation und uns entgegen kommenden Menschen/Tieren fing sie wie wild an zu bellen. Und das, obwohl sie sonst ein echt friedlicher und von Grund auf lieber Hund ist. Damals fing ich an, mich mit den verschiedenen Erziehungsstilen von Hunden zu beschäftigen. Am meisten spricht mich bis heute das Leithund-Prinzip an. Gerade am Anfang haben mir die Sendungen von Maja Nowak geholfen, wo sie vermeintlich schwierigen Hunden und ihren Besitzern half, klarer miteinander zu kommunizieren (auf youtube finden sich noch einige von den Sendungen). Im Grunde geht es darum, sich selbst als Leithund zu sehen, dem Hund das entsprechend zu vermitteln und die Körpersprache des Hundes besser zu lesen. Wenn die Rangfolge zwischen Mensch und Hund nicht klar ist, kommt der Hund schnell in die Rolle des Rudelführers und ist damit häufig überfordert, weil er Entscheidungen fällen soll, für die er als eigentlich untergeordnetes Rudeltier nicht zuständig ist. Und was macht man, wenn man ständig und laufend Dinge tun soll, die man eigentlich nicht kann? Man wird nervös, leicht reizbar und fängt an laut zu werden. Mit kleinen Veränderungen im Verhalten kann ich Mina zeigen, dass ich das Frauchen und damit die Rudelanführerin bin. Schon wird Mina entspannter und überlässt mir die Einschätzung, ob entgegenkommende Menschen/Tiere gefährlich sind und angebellt werden müssen. Nach zwei Jahren ist es nun so weit, dass sie sehr selten bellt. Meist nur noch dann, wenn sie merkt, dass ich unsicher, abgelenkt oder müde bin oder sonst wie nicht unbedingt als Anführerin erkennbar scheine.

Mina hat übrigens eine neue Angewohnheit. In unserer Straße liegen häufig weggeworfene Papiertüten von Mc D. und der Billig-Klamottenkette herum. Mina geht hin und pinkelt auf jede einzelne dieser Tüten :-) Und das habe ich ihr nicht beigebracht, das macht sie einfach so :-)

In diesem Sinne werde ich mir nun meine Gummistiefel und die Regenjacke anziehen und mit ihr die Gute-Nacht-Runde starten!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Suizid ist ein Tabu-Thema, obwohl sich etwa alle 4 Minuten ein Mensch in Deutschland versucht das Leben zu nehmen

Seit ich mich mit meiner Krankheit auseinander setze, beschäftige ich mich auch mit dem Thema "Suizid". Ohne das Antidepressiva, das ich 2013 für insgesamt 2 Jahre verordnet bekam, würde ich diese Zeilen wahrscheinlich nicht schreiben können. Die Stimme in meinem Kopf, die ich mit der Zeit als Stimme meiner Depression ausmachen konnte, sagte recht laut unschöne Dinge. Anstatt auf die Stimme zu hören, bin ich zum Arzt gegangen und habe mir Hilfe gesucht.

Doch nicht jeder schafft es, sich Hilfe zu suchen oder angemessene Hilfe zu bekommen. Und nicht jeder schafft es, mit der ihm angebotenen Hilfe auf seinen Lebensweg zurück zu finden.

Depression ist eine scheiß Krankheit, die sehr viel Macht über den Körper bzw. den Geist eines Menschen erlangen kann. Und wenn sie zu viel Macht bekommt, kann es sein, dass sie den Menschen dazu bringt, den Körper zu töten. Das ist nicht bei jedem depressiven Menschen so. Aber bei einigen kann es so weit kommen, dass sie einen Selbstmord versuchen und dass dieser im schlimmsten Fall gelingt. (Nicht jeder, der versucht sich umzubringen, ist depressiv. Das nur am Rande bemerkt.)

Angehörige und Freunde wissen meistens nicht, wie sie mit (depressiven) Menschen umgehen sollen, die über Selbstmordgedanken sprechen. Woher auch. Zum Glück ist das kein Alltag für jeden Einzelnen von uns. Ich selbst stand auch sehr rat- und hilflos da, als mir jemand das erste Mal von solchen aktuellen Gedanken berichtete. Die Personen, die mir bisher von ihren Suizidgedanken berichteten, leben alle noch. Mehr als Zuhören und auf Hilfsangebote verweisen konnte ich nicht tun. Und mehr geht auch nicht. Schließlich bin ich keine Expertin und für wirkliche Hilfe nicht ausgebildet.

Auf http://www.frnd.de informieren die "Freunde fürs Leben" über Depression und Suizid. Die Seite richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene (irgendwo habe ich dort den Hinweis gefunden, dass das bis 39 Jahre zählt), an Selbstbetroffene und an deren Angehörige. Die Redakteure der Seite haben selbst Angehörige durch Suizid verloren und wollen etwas daran ändern, dass sich ca. 10.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr das Leben nehmen.

Freunde fürs Leben Depression Suizid Selbstmord


Mit ihrer Seite wollen sie depressiven bzw. suizidgefährdeten Menschen, deren Angehörigen und Freunden ein Netzwerk bieten, wo sie sich informieren können und dort Aufklärungsarbeit leisten. Sie möchten Fakten und halbwahre Unwahrheiten voneinander trennen und objektive Tipps geben.

Etwa alle 4 Minuten gibt es in Deutschland einen Selbstmordversuch. Durch das Nicht-Darüber-Reden und Tabuisieren ist niemandem geholfen. Reden hilft.



Der Bruder eines sehr lieben Freundes hat letzte Woche Selbstmord begangen. Vielleicht wegen seiner Depression. Niemand hatte damit gerechnet, weil er über seine Gedanken geschwiegen hat.

Deshalb meine Bitte: wenn ihr selbst betroffen seid, sucht euch Hilfe. Wenn jemand in eurem Umfeld Hilfe braucht, hört ihm zu. Lest euch die Informationen bei "Freunde fürs Leben" durch. Dort gibt es Ansprechpartner und Telefonnummern, die im Notfall weiterhelfen.

Lasst die Depression nicht so viel Macht bekommen, dass sie euch dazu bringt, euch umzubringen. Es geht immer irgendwie weiter!

Mittwoch, 3. Februar 2016

Der Wald im Weckglas auf meinem Küchentisch

Beim Frühstück kann ich mich neuerdings in ein kleines Stückchen Wald hineinträumen.

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Als ich über Weihnachten bei meiner Oma war, habe ich im Keller ein Weckglas aus den Einmachzeiten meiner Oma entdeckt. Kurz die Oma gefragt, ob sie es zufällig noch brauchen würde (natürlich nicht) und schwups, landete es im Koffer.

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Kaum zuhause wurde es gefüllt. Unten Steine. Darüber Moos. Und von oben durch das Moos durch habe ich eine kleine Stechpalme mitsamt Wurzel gepflanzt. Damit sie nicht so allein ist, kam ein Stein daneben. Übrigens, ein Geschenk. Wenn man jemandem einen selbstgesammelten Stein schenkt, dann bleibt man lange im Leben des anderen ;-)

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Und so ziert nun der Mini-Wald meinen Küchentisch.

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Das Tablett habe ich mal auf dem Flohmarkt entdeckt. Die Zitronen gehören für mich zur Jahreszeit dazu, sowohl wegen der Farbe, als auch wegen dem Geschmack. Ich nehme sie mit meinem vorgekochten Mittagessen in die Arbeit und presse sie darüber aus. Hört sich bitter an, schmeckt aber echt lecker und verstärkt eher den Eigengeschmack des Gerichtes, als ihn zu übertünchen oder zu verfälschen.

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Nun kann ich morgens im Halbschlaf mein belegtes Brot in mich hineinmümmeln, meinen Kaffee mit Mandelmilch schlürfen und dabei meinen Mini-Wald bewundern. Und davon träumen, wie ich im hoffentlich bald nahenden Wochenende eine lange Wanderung durch den Wald unternehmen werde. Mit der wunderbar umhertollenden Mina an meiner Seite.