Samstag, 17. Mai 2014

Short Stories #5 - I love to blog

Diesen Monat ist das Thema bei den "Short Stories" von Bine und Andrea :



"I love to blog"

Meinen Blog (ich weiß, grammatikalisch müsste es anders heißen, aber ich finds schöner so)
 hab ich im letzten Herbst eröffnet. Damals hatte ich eine schwierige Zeit. Seit Juli war ich krankgeschrieben wegen einer mittelschweren bis schweren Depression. Durch die Depression war ich sehr antriebslos, ohne Hoffnung und habe ich mich sehr zurückgezogen. Das stand im völligen Kontrast zu der "Frauke", die ich eigentlich bin (= immer unternehmungslustig, mitreißend, weltoffen, das Leben liebend). Das war weder für mich, noch für meine Familie oder meine Freunde eine leichte Zeit. 

Doch was macht frau, wenn sie plötzlich am liebsten allein zuhause hockt? Sie klickt sich durchs Internet. Und was findet frau(ke) dort? Blogs! 

Das frau(ke) danach sehr schnell süchtig werden kann, war recht schnell klar und so habe ich stundenlang die verschiedensten Blogs durchstöbert und mich von den schönen Ideen, Bilder, Anregungen, etc. inspirieren und mitreißen lassen. 

Aber irgendwann reichte mir das nicht mehr. Ich spürte, dass es nach 4 Monaten Krankenschein auch hin und wieder ma kleine Lichtblicke in meinem Leben gab. Kurze Momente, wo ich das Leben wieder mochte (geliebt habe ich es da noch nicht wieder so richtig und schwarz war der Horizont nach wie vor). Wo etwas Energie sprudelte, die ersten DIY-Ideen zurück kamen und die Kamera immer lauter schrie: "Nimm mich in die Hand! Mach Fotos!". 

Ja, was sollte ich da tun, außer auf die Kamera zu hören, die ich seit Monaten schwerst vernachlässigt hatte?! 

Und so entstand relativ kurzentschlossen die Idee zu meinem eigenen Blog. Für mich war "bloggen" in dem Moment gleichbedeutend mit:

  • Ideen haben, umsetzen & mit Gleichgesinnten teilen
  • Anregungen durch andere Blogger bekommen
  • Netzwerken und sich verknüpfen
  • neue Kontakte finden
  • eine Art Tagebuch führen, aber nur über die schönen Dinge! (Nachdenkliches kam erst sehr spät auf meinen Blog. Gerade die ersten Monate war von meiner Depression hier gar nix zu merken. Bewusst. Weil ich einen Rückblick auf die positiven Seiten meines Lebens haben wollte. Wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen.)

Wie ihr merkt, bin ich seit dem Herbst beim Bloggen geblieben! Es kamen auch nachdenklichere Töne dazu. Nach und nach habe ich gemerkt, dass mir diese Art von "autobiografischem" Schreiben (so man es denn so nennen möchte) total gut tut.

Das Bloggen geht zu jeder Tages- und Nachtzeit. Egal, wie verschlunzt ich vielleicht grad vom Laptop sitze. Beim Schreiben bekommen meine Gedanken eine neue Ausrichtung, eine positive Bahn und ich bekomme von mir selbst neue Gedankenanstöße. So wusste ich zum Beispiel am Anfang dieses Blogposts noch gar nicht, wo es hingehen würde. Ich habe meine Gedanken einfach treiben lassen.

Auch wenn viele Kontakte durch das Bloggen nur virtuell stattfinden, habe ich in den letzten Monaten viele tolle Menschen kennen gelernt. Bastler (oder zu neudeutsch: DIY-ler), Handarbeiter, Kocher, Backer, Fotografierer, Radler, Hundebesitzer undsoweiterundsofort. Durch die verschiedenen Blogs nehme ich ein Stück weit am Leben dieser BloggerInnen teil.

Bis vor einigen Monaten konnte ich mir das gar nicht vorstellen. So nur übers Internet Kontakte zu pflegen. Aber es geht und das sogar sehr gut! Ich habe Menschen kennengelernt, die ich sonst gar niemals nie kennengelernt hätte. Einfach, weil sie völlig woanders wohnen, weil sich nirgendwo ein Bereich ergeben hätte, in dem sich unsere beider Leben überschneiden, oder auch einfach wegen einem zu großen Altersunterschied. So habe ich zum Beispiel seit einiger Zeit mit einer sehr lieben älteren Dame (die beim Lesen gerade bestimmt ein Lächeln auf den Lippen hat) Email-Kontakt, die ich sonst gar nicht kennengelernt hätte. Wie auch?

Andersrum habe ich aber auch Menschen durch ihre Blogs kennengelernt und sie auch persönlich getroffen. Weil wir uns sympathisch waren und weil wir in der Nähe voneinander wohnen. Und auch in der realen Welt waren bzw. sind mir diese Menschen sehr sympathisch :-)

Ihr seht, das Bloggen hat mir sehr geholfen. Die Depression hat es nicht "geheilt", aber das Bloggen hat mir geholfen, die negativen Gedanken etwas zur Seite zu schieben und mir einen positiven (Aus-)Blick zu geben. Deswegen werde ich es auf jeden Fall auch weiter zu meinen Hobbys zählen und auch weiter fleißig vor mich hinschreiben und fotografieren :-)
 
 
In diesem Sinne: ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende mit vielen Frühlingsblumen und ganz viel positiver Energie in euren Herzen!
 
 
 
Habt ihr nun Lust auf weitere Short Stories zu dem Thema "I love to blog" bekommen? Dann schaut mal hier vorbei: klick

Kommentare:

  1. Da muss ich auch noch ran diesen Monat, aber habe im Moment auch nicht die nötige Zeit und Muse dazu. Ich denke ja sowieso, dass das Schreiben hilft. Egal was oder worüber, es hilft. Klar teilt man öffentlich nicht allzuviel privates, aber soviel wie man eben gerade möchte und das finde ich schön! Ich lese gerne bei Dir Frauke, auch wenn ich oft erst viel später dazu komme und mein Bloglovinaccount überläuft:0) und ich es nicht immer schaffe zu kommentieren, ABER ich lese alles!! Weiter so!

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    1. Bin schon sehr auf deinen Beitrag gespannt :-) Und: ich freue mich über jeden neuen Kommentar von dir und auch jeden neuen Blogpost von dir!
      Liebe Grüße, Frauke

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  2. Hi Frauke,

    ich finde es super toll, dass du so offen über deine Depression sprichst und dass dir das Bloggen dabei hilft, die Welt wieder positiver zu sehen. Man denkt immer, dass man mit Depressionen alleine ist, weil keiner darüber spricht, was aber keinem hilft. Deine offene Art hilft somit auch anderen und -wie du auch schreibst- dir selber. Mach weiter so, ich freue mich auf jeden Post (auch, wenn ich nicht immer kommentiere :))!
    Liebe Grüße,
    Ann-Christin

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    1. Lieben Dank für deine positiven Worte! Am Anfang fiel es mir auch nicht leicht, hier "in aller Öffentlichkeit", darüber zu schreiben. Aber es tut mir gut und die Depression ist halt ein Teil von mir. Für den weder ich, noch jemand anderes etwas kann. Ich freu mich über jeden seltenen Kommentar von dir :-)

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  3. Hallo Frauke,

    das ist sehr schön zu lesen, wie das Bloggen Dich in das Leben zurückgeführt hat und Du positiver leben kannst. Das ist das Schöne am Bloggen, dass sich ganz andere Kontakte ergeben können und wir Menschen begegnen, die wir im wahren Leben nie getroffen hätten.

    Liebe Grüße,
    Vera

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  4. Hallo Frauke,

    glückwunsch! Ich finde deinen Beitrag sehr motivierend und ansprechend. Ich bewundere Dir, deiner offenen Art und deiner "Bloggingtherapie".
    Also, ich habe eine sehr gute Freundin, die auch an Depressionen leidet und ich weiß nicht, wie ich ihr helfen soll. Es würde mich sehr freuen, wenn sie Deinen Blog lesen würde und Dein Vorbild hätte aber ich glaube, sie ist nicht in der Lage oder ihr Persönlichkeit ist so, dass sie nie öffentlich drüber schreiben könnte. Ich habe mich auf psycheplus.de informiert und verstehe nun mehr oder weniger, was eine Depression zu haben bedeutet. Ich möchte Dich trotzdem fragen, ob Du irgendwelchen Tipp hättest, für jemanden, den bereits an Suizid gedacht hat. Die Geschichte ist ziemlich kompliziert zu erklären, aber sie hat Depressionen entwickelt als sie eine Affaire mit einem älteren Mann hatte und er sie danach betrogen hat. Darüber hinaus wohnen sie noch zusammen im gleichen Studentenwohnheim und er hat eine neue Freundin. Sie will oft nicht von ihrem Zimmer raus und ich weiß nicht mehr was ich als Freundin tun kann bzw. soll. Ich bedanke mich im Voraus für Deine Hilfe. Liebe Grüße, Marina.

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    1. Hallo Marina,
      erst einmal vielen dank für deine positiven Worte über meinen Blog!
      Zu deiner Freundin kann ich dir keine näheren Tips geben. Wenn schon Selbstmordgedanken im Raum stehen, ist es mir viel zu heikel. Versuch vielleicht mal Hilfe bei einem Krisendienst in deiner Nähe zu bekommen. In Dortmund gibt es z. B. diesen hier: http://www.krisenzentrum-dortmund.de Mit Hilfe einer Suchmaschine findest du einen Krisendienst in deiner Nähe.
      Auch wenn nicht du, sondern deine Freundin betroffen ist, scheint es dich ja sehr mitzunehmen. Bei einem solchem Krisendienst findest du bestimmt einen kompetenten Ansprechpartner, der dir hilfreiche Tips geben kann.
      Was ich von mir auf jeden Fall sagen kann: meine Freunde waren (zum großen Teil) sehr hilfreich für mich und sind es immer noch, weil sie einfach da sind. Sie können mir nicht helfen. Aber sie geben mir Rückhalt, weil ich weiß, dass ich nicht allein auf dieser Welt bin. Sie übernehmen keine Verantwortung für mich und das ist auch gut so. Aber sie muntern mich auf, wenn ich es brauche. Und sie halten zu mir, auch wenn ich mal wieder eine schlechtere Phase habe.
      Ich wünsch dir, dass du dich genügend von deiner Freundin abgrenzt, damit du nicht selbst in eine Depression o. ä. rutscht. Aus Verantwortungsgefühl, Überforderung, oder oder oder. Wichtig ist, dass deine Freundin Hilfe möchte und sich diese auch selbst sucht. Nur wenn sie bereit ist, an sich zu arbeiten, nur dann kann es vorwärts gehen. Der Impuls muss aus ihr selbst kommen!
      Liebe Grüße, Frauke

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    2. Hallo Frauke,

      ja ich bin auch sehr betroffen, denn sie ist eine gute Freundin von mir und ich scheine, die einige Freundin zu sein, die sich um sie kümmert. Sie wohnt in einem Studentenwohnheim mit 30 Personen und was mich wundert ist, dass sie oft tagelang von ihr Zimmer nicht herauskommt und keiner ist darauf aufmerksam geworden. Ich habe gestern mit ihr geredet und wir werden heute zusammen zu einem Notfalldienst gehen (Klinik für Psychologie u. Psychiatrie der LMU, wir sind aus München). Herzlichen Dank für deine Antwort, LG, Marina.

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    3. Liebe Marina,
      ich wünsche ihr genügend Kraft, Hilfe anzunehmen und auch den Willen, etwas an sich tun zu wollen. Dir wünsche ich ebenfalls genügend Kraft. Es ist sehr schön, dass du mit ihr zusammen dorthin gehst! Alles Gute euch beiden!
      Liebe Grüße! Frauke

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Ich freu mich über jedes liebe Wort von euch :-)