Dienstag, 25. April 2017

Mein derzeitiger Alltag mit meiner Depression

Mein tägliches Leben unterscheidet sich mittlerweile nicht mehr viel von dem Alltag von Menschen ohne Depression. Diese Fast-Normalität gefällt mir sehr gut! An ganz, ganz vielen Tagen bin ich einfach ich. Dann hüpfe ich lachend umher, reiße flache Witze und erfreue mich des Lebens. Doch in einigen Dinge merke ich die Depression nach wie vor sehr deutlich. Ich lerne immer noch sehr viel über mich, mein Verhalten, meine Emotionen und schaue genau hin, was evtl. nicht gut für mich ist, wo ich mich vielleicht doof bei fühle und wie ich mein Verhalten wo anpassen kann, damit es mir mit der jeweiligen Situation gut geht.

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Mein letztes richtiges, offizielles Tief war Mitte letzten Jahres. (Die Auslöser konnte ich im Nachhinein mithilfe meiner ehemaligen Therapeutin in einem "Notfall"-Termin ausmachen und mir für die Zukunft andere Strategien für die betreffenden Situationen zurecht legen.) Seitdem bin ich ziemlich stabil. Es gibt zwar immer wieder Tage, wo ich die Depression an meine Tür klopfen höre, aber nun kann ich sehr gut und laut sagen: "Ich kaufe nix. Bitte gehen Sie!" Das sind dann aber auch die Tage, wo plötzlich ein grauer Schleier über allem hängt und wo ich so verletztlich bin, als wenn ich einfach keine Haut hätte. Dann trifft mich jedes leicht negativ angehauchte Wort wie ein Hieb mit der Axt mitten in den Bauch. So ungefähr alles nehme ich mir zu Herzen und sehr vieles nehme ich persönlich. Binnen kürzester Zeit werde ich pampig, vielleicht auch unfair und meist fließen schnell die ersten Tränen, weil ich mich so hilfslos fühle. Dann weiß ich, dass a) eine Erkältung/etc. droht, b) ich mir die letzten Tage zu viel zugemutet habe und mir mal zügig eine Ruhepause gönnen sollte oder c) die Stimmung von meinem Gegenüber (mal wieder) auf mich abgefärbt hat und ich nun die schlechte Laune habe, die eigentlich jemand anderem gehört. Die Abgrenzung gegenüber den Emotionen anderer Menschen klappt zwar schon wesentlich besser, aber gerade bei sehr nahestehenden Menschen fällt es mir nach wie vor extrem schwer. Doch wisst ihr was? Eine wichtige Sache habe ich auch noch gelernt: eine Umarmung hilft Wunder. Sie rettet zwar nicht die Welt, aber mich ein kleines Stück. Denn sie zeigt mir, dass dort jemand ist, der mich mag. Der mir Nähe und Wärme schenkt. Egal, wie miesepetrig, gefühlskalt oder verletzlich ich gerade bin.

Ich hinterfrage nach wie vor sehr viel, sowohl bei mir selbst, als auch bei anderen Menschen: Verhalten, Gefühle, Erinnerungen. Umso bewusster ich in mich hinein höre, umso mehr nehme ich wahr. Aber umso mehr rühre ich auch an alten, tiefen Erinnerungen und Gefühlen, die durchaus nicht alle was nettes von mir wollen. Doch das in mich hinein fühlen ist wichtig, um die auslösenden Situationen für ein mögliches Tief frühzeitig zu erkennen, zu sehen was sie in mir bewirken und wie ich mich automatisch darauf verhalte. Denn nur dann kann ich mein krankheitsauslösendes Verhalten ändern und durch positivere Muster ersetzen.

Das bedeutet aber auch z. B. beim Thema "Wut", was noch ein sehr neues für mich ist, dass ich hier manchmal ein klein wenig übers Ziel hinausschieße. Meine frühere Therapeutin wunderte sich schon immer, dass ich in bestimmten Momenten so gefühlsneutrale scheine, wo sie eigentlich eine massive Wut vermutet hätte. Das passiert halt, wenn man die Wut für sehr lange Zeit aus seinem Leben verbannt, weil man früh genug gelernt hat, dass man eh hilf- und machtlos ist und die Wut nix bringt. Nun lerne ich aber ja immer fleißig dazu und baue die Wut in mein Leben ein. Doch wie es bei vielen neuen oder ungewohnten Dingen so ist: ich kann die Wut nicht immer richtig dosieren. Manchal bin ich zu wenig wütend und manchmal zu viel und manchmal passt es auch. Das ist halt ein Lernprozess...

Mittlerweile erkenne ich auch viel früher, wenn mich Situationen oder Menschen zu sehr reizüberfluten und kann dann genügend Ruhephasen danach einplanen. Der "Gesellschaftskater" stellt sich bei lauten Umgebungen mit vielen Menschen nämlich am nächsten Tag auf jeden Fall bei mir ein: selbst komplett ohne Alkohol fühlt mein Körper sich an, als wenn er einen mächtigen Rausch auskurieren müsste. Ich bin erschlagen, matschig, mir ist übel, alles ist zu hell und zu laut und ich bin ziemlich gereizt und angreifbar bis hin zu tränennah. Dank meiner intensiven Beobachtungen von mir selbst in den letzten Monate kann ich die Situationen entweder bereits vorher erkennen (wenn ich z. B. weiß, dass auf dem Geburtstag, wo ich gleich hingehen werde, mehr als 10 Personen sind, es laut und spät wird) oder ich nehme im Laufe des Geschehens die vielen Reize als solche wahr und werde mir der möglichen Reizüberflutung bewusst. Jeweils weiß ich dann, dass ich mir am nächsten Tag genügend Ruhe einplanen sollte. Sprich: keine Verabredungen (außer Mina und meistens meinen Freund ertrage ich dann eigentlich niemanden), keine Menschen, möglichst lange Spaziergänge im Wald mit wenig äußeren Reizen und nur begleitet von Naturgeräuschen und komplett ohne sportlichen Ehrgeiz. Auch wenn sich das für jemand Nicht-Betroffenen erst einmal sehr einschränkend anhören mag, sind das für mich große Fortschritte! Zum einen kann ich zu solchen Events überhaupt wieder hingehen, was mir ja lange Zeit überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Zum anderen kann ich soweit Selbstfürsorge betreiben, dass es mir relativ schnell wieder "normal" geht. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich mich nur ein bis maximal zwei mal die Woche mit jemandem verabrede. Dann habe ich nämlich genügend freie Feierabende, wo ich spontan nach Lust und Laune schauen kann, wonach mir gerade ist. Was für viele so selbstverständlich klingt, ist für mich halt immer noch ein Lernprozess.

Einen wesentlichen Einfluss auf meine Depression hat auch meine Ernährung. Generell esse ich so gut wie kein Fleisch, dafür möglichst viel Gemüse, Balaststoffe, Vollkornprodukte und Kohlenhydrate. Industriell verarbeitete Lebensmittel versuche ich möglichst zu vermeiden. Omega3 ist ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung von depressiven Tiefs, der u. a. viel in Leinöl, Leinsamen, Hanfsamen, Fisch (vor allem Lachs und Makrele) und natürlich in Fischöl-Kapseln enthalten ist. Ich brauche sehr regelmäßiges Essen und zwar mindestens 5 x am Tag. Wenn ich das nicht beachte, unterzuckere ich ziemlich zügig, mir wird schwindelig, ich fange an zu zittern, sehe alles nur noch im Tunnelblick, hinzu kommen Atemnot, Übelkeit und Panik. Deshalb habe ich immer einen Notfall-Müsliriegel in der Tasche, damit es erst gar nicht so weit kommt und ich rechtzeitig auch unterwegs schnell was essen kann. Ich versuche mich außerdem möglichst basisch zu ernähren. Das soll entzündungsfördernde Stoffe im Körper reduzieren und so die Depression auf natürliche Weise klein halten. Wie in dieser Aufzählung beschrieben, kann man mithilfe bestimmter Lebensmittel seine Stimmung positiv beeinflussen. Und so sieht mein Wocheneinkauf aus, als wenn ich für eine mehrköpfige Familie Obst und Gemüse einkaufen würde. Ich nehme sehr viele Zitronen zu mir (sei es in Spalten geschnitten im Wasser oder ausgepresst übers Essen), trinke pro Woche mindestens einen Liter Gemüsesaft und erscheine in den Augen einiger Menschen ein wenig ökohaft, wenn man mit mir über Ernährung spricht. So Wörter wie "Hanfsamen", "Weizengraspulver" und "Flohsamenschalen" gehen mir ziemlich lässig über die Lippen, weil sie so sehr in meiner Ernährung verankert sind. Ganz aktuell habe ich mein altes Keimglas wieder aus dem Schrank geholt und keime alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. (Eine super Anleitung findet ihr übrigens z. B. hier.) Das Keimen soll den enthaltenen Nährstoffanteil extrem hochtreiben und super gesund sein. Mal ehrlich, wenn ich durch meine Ernährung meine Depression ein großes Stück weit bekämpfen kann: hallo? Da bin ich natürlich bei :-) So ist es nun mal wirklich gesünder, als irgendwann wieder Antidepressiva zu nehmen. (Was hierdurch natürlich immer noch nicht ausgeschlossen ist, aber die Chancen werden gemindert.) (Und: ich bin da sehr prakmatisch: Pommes-Currywurst ist für mich natürlich ein sehr selbstverständliches Nahrungsmittel, genauso wie eine gemischte Tüte vom Kiosk.)

Sport plane ich regelmäßig in meinen Tagesablauf mit ein. Das klappt dann in der Umsetzung mal mehr, mal weniger gut, weil ich mich dadurch nicht stressen möchte um auf Biegen und Brechen wirklich drei bis vier Mal die Woche Sport zu machen. Ich wechsel immer zwischen Workouts und Yoga anhand von youtube-Videos, joggen, mountainbiken und wandern. Die Bewegung tut mir sehr gut. Gerade das ins Schwitzen kommen und die regelmäßige, tiefe Atmung bringen meinen Stresspegel zum Sinken. Meine Faszienrolle kommt bei mir ständig zum Einsatz und lockert alle verspannten Muskelgruppen. Gerade auch das Abrollen der seitlichen Oberschenkel entspannt so viel, dass mein Bauch dann immer anfängt zu gluckern. Nach dem Sport gibts einen ordentlich gesunden Smoothie mit allen möglichen Zutaten. Wenn ich dann nach dem Duschen mit Mina auf dem Sofa sitze, spüre ich mich selbst sehr deutlich. Über kurz oder lang kann ich so einigen Phasen von Dissoziationen entgegenwirken, weil ich auf diesem Weg jeden Winkel meines Körpers sehr gut zu spüren bekomme.

Depression Alltag psychische Erkrankung Betroffene Blüte Tief Hoch


Die Einschränkungen durch meine Depression sind derzeit für mich gut überschaubar. Zumal ich gelernt habe, dass die Depression schön ruhig ist, wenn ich genügend auf mich selbst achte, ausreichend Pausen einplane, gesund esse und mich so akzeptiere, wie ich bin. So gesehen meint sie es eigentlich ganz schön gut mit mir. Erst wenn ich mich mal wieder selbst vergesse und über meine Bedürfnisse hinwegschaue, kommt sie zurück und erinnert mich dann notfalls mit der Hammermethode daran, dass ich auf mich achtgeben soll. Seit meiner letzten Zusammenfassung des Alltages mit meiner Depression sind 15 Monate vergangen. Seitdem hat sich einiges verändert und das mit der deutlichen Tendenz zum Positiven hin :-)

Donnerstag, 20. April 2017

Osterwanderungen im Hunsrück


Dieser zehntägige Osterurlaub war mein erstes Mal im Hunsrück und es hat mir richtig gut gefallen! Von Dortmund aus fährt man etwa 3 - 3,5 Stunden in südliche Richtung. Und schon landet man in einer sehr weitläufigen, idylischen Gegend mit Unmengen an wunderschönen Wanderwegen!

[Kurze Vorwarnung: kocht euch ein Heißgetränk und macht es euch bequem. Heute wird es wieder etwas länger.]

Unsere hübsche Ferienwohnung lag im ruhigen Bruchweiler. Dort gibt es rund 500 Einwohner, einen leckeren Landmetzger mit eigener Schlachtung und viel frische Luft. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt direkt an der deutschen Edelsteinstraße und am Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Was für meinen Freund und mich bei der Wahl der Urlaubsgegend aber am entscheidensten war: der Saar-Hunsrück-Steig führt hier entlang und dieser hat 70 % seiner Pfade auf nicht asphaltierten Wegen UND rundherum gibt es 111 sogenannte "Traumschleifen"! (Das sind Rundwege von 6 - 20 km Länge und alle als Prämiumwanderwege gekennzeichnet. Einige von ihnen führen ein Stück parallel zum Saar-Hunsrück-Steig.) So versprach die Region also ein traumhaftes Wanderpotential :-)

Und um es schon mal vorweg zu nehmen: unsere Erwartungen wurden erfüllt! Und: ich hatte fast durchgängig Sonnenbrand. Das ist zwar nicht sonderlich klug, zeigt aber, wie toll das Wetter war! Bis etwa Ostersamstag sind wir hauptsächlich in kurzer Hose und/der Sandalen gewandert :-)

Am Ankunftstag drehten wir nur eine überschaubare Runde in der Nähe und erkundeten etwas die Gegend. 

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Bruchweiler

Am zweiten Tag ging es auf zum Köhlerpfad, der witzigerweise durch einen Ort namens "Langweiler" führt :-)

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Hier ein Blick auf die Steinbachtalsperre, wo der Köhlerpfad drumherum führt: 

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Bruchweiler Köhlerpfad

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Am kommenden Tag schauten wir uns die Innenstäde von Idar und von Oberstein an. Während sich die erste Innenstadt nicht sonderlich durch Schönheit hervortut, hat die zweite eine leckere Eisdiele und einen nett-steilen Weg hinauf zur Felsenkirche. Außerdem gibts hier einige touristische Andenkenläden, die vor Edelsteinschmuckstücken strotzen. (Schließlich befinden wir uns hier auf der deutschen Edelsteinstraße.) Der für die Gegend so typische Spießbraten wird hier natürlich auch verkauft.

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Idar-Oberstein

Nachdem wir diesen Tag mit etwas Sightseeing, Schlemmen und notwendigen Essenseinkäufen verbracht haben, wanderten wir am Folgetag auf dem Trauntal-Höhenweg. Leider waren von den angekündigten rund 400 Höhenmetern einige aufgrund von Forstarbeiten gesperrt und die Umleitung führte fast ebenerdig drumherum. Doch bei strahlendem Sonnenschein nutzten wir die zahlreichen Panoramabänke am Wegesrand ordentlich aus!

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Trauntal-Höhenweg


Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Trauntal-Höhenweg

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Den Kupfer-Jaspis-Pfad begingen wir am nächsten Tag. Auf etwa 20 km bietet er etwa 800 Höhenmeter (je nachdem welchem Kartenmaterial man Glauben schenken mag mal etwas mehr oder weniger) und führt ein Stück parallel zum Saar-Hunsrück-Steig. Die Wege waren hier wirklich sehr naturnah, kaum asphaltiert und rückblickend war es der schönste, aber auch anspruchsvollste Weg des Urlaubs. 

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Kupfer-Jaspis-Pfad

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Kurz vor diesem Foto gingen wir an einem Gebüsch vorbei, wo zwei junge Rehkitze quasi neben uns aufsprangen und das Weite suchten. Sehr idyllisch! 

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Kupfer-Jaspis-Pfad

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Der nächste Tage wurde von uns zu Essenseinkäufen für die Ostertage genutzt, zum Ausruhen und Auskurieren des Muskelkaters und letzten Vorbereitungen für die zwei Leute, die an dem Abend zu uns stoßen wollten. Während mein Freund die bereits zweite Brühe der Woche ansetzte, legte ich beim Backen los und fabrizierte ein traditionell eierlikörgetränktes Osterlamm mit Eierlikör und einen klassischen, viersträngigen Osterhefezopf.

Osterlamm Eierlikör Ostern Tradition backen

Am Karfreitag machten wir uns schon früh auf in Richtung Geierlay Hängebrücke. (Unsere Ferienwohnungsvermieterin hatte uns vorgewarnt, dass man dort besser mal unter der Woche hinfahren sollte...) Das ist die mit 360 m die längste Hängebrücke Deutschlands. Das Foto hier sieht noch recht Menschen leer aus. Einige Minuten später ging es aber los und die Scharen rückten an. Bis wir auf der Brücke waren ging es fast Mensch an Mensch und das natürlich in zwei Laufrichtungen. Was ich nicht bedacht hatte: das Ding schaukelt. Ist schließlich eine Hängebrücke. Und besonders wenn es so voll ist. Joah, kann man sich mal anschauen. Muss man aber nicht. Und wenn doch, dann wirklich zu einer anderen Uhrzeit an einem anderen Tag und nicht genau an Ostern. Eigentlich wollten wir dort einen Rundwanderweg gehen. Nachdem es aber immer noch voller wurde, änderten wir kurzerhand die Richtung und wanderten entgegengesetzt auf dem Großen Dachskaulweg, wo es herrlich leer war.

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Geierlay Hängebrücke

Ostersamstag machten wir uns auf den Weg zur Vitaltour Wildgrafenweg, die nicht zu den Traumschleifen zählt. Der Rundweg war schön, aber leider waren es viele breite Forstwege mit harten Untergründen, die wegen der Härte ordentlich in die Beine gingen. Außerdem sind solche Wege natürlich nicht annähernd so spannend und reizvoll wie sich schlängelnde, schmale Waldpfade mit schön weichem Waldboden und einigen Wurzeln. Aber die Natur war natürlich trotzdem richtig schön und einladend:

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Vitaltour Wildgrafenweg

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Als wir uns hier auf eine Bank setzten um Mittagspause zu machen, ertönte von etwas weiter unten plötzlich schallendes Gelächter. Wir schauten uns erst einmal verduzt an, dachten uns aber nichts weiter dabei. Nach einigen Minuten erhoben sich zwei Wandersleute in der Kurve vom Boden und kamen an uns vorbei. Als sie auf unserer Höhe waren erklärten sie ihr Lachen: sie waren bereits einige Kilometer weit gegangen und hielten Ausschau nach einer Bank. Als sich partout keine finden ließ, hatten sie sich dort in der Kurve auf den Boden gesetzt um Pause zu machen. Kurz danach kam wir daher und setzten uns schnurstracks auf die von ihrer Position aus nicht sichtbaren Bank! So fehlten ihnen nur noch 10 Meter bis zur heißersehnten Bank, doch sie hatten zu früh aufgegeben :-) 

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Vitaltour Wildgrafenweg

In St. Johannisberg sind wir auf den kurzen Skywalk gegangen, der dort 70 m über der darunter fließenden Nahe thront und den Blick auf die Steinwerke freigibt: 

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Abends haben wir im Garten, den wir bei der Ferienwohnung mitnutzen konnten, die Feuerstelle angeschmissen. Wie uns von den Vermietern erklärt wurde, grillt man im Hunsrück nicht mit Kohle, sondern mit Buchenholz. Und das überm Schwenkgrill. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen :-) Diese Art des Grillens erinnerte uns natürlich sehr an den letzten Sommerurlaub in Schweden, wo es auch häufig solche Feuerstellen vorzufinden gab...

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Grillen Feuerstelle Buchenholz

Der Ostersonntag startete mit einer ausgefeilten Ostereiersuche. Dieses Jahr war ich mit Verstecken dran. Glaubt mir: trotz intensiver Suchbemühungen habe ich nachher noch so einige aus den Schränken und hinter den Möbeln hervorgezogen :-) Im Ostereierverstecken bin ich echt gut!

Danach ging es zu unserer letzten Wanderung: der Traumschleife "Wasser Dichter Spuren". Es gab einige schöne Pfade, tolle Ausblicke bis hinein ins Moseltal und spannende Auf- und Abstiege. Definitiv die zweitschönste Wanderung des Urlaubs!

Hunsrück Urlaub Wanderurlaub mit Hund Ostern Traumschleifen Saar-Hunsrück-Steig Wasser Dichter Spuren

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Mina hat natürlich fleißig gepost und ihren Modelqualitäten freien Lauf gelassen: 

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Damit war der Urlaub leider zu Ende. Und mit der Abreise endete das sonnige Wetter. Auch wenn es die letzten Tage schon ordentlich abgekühlt hatte und wir häufig Jacken tragen mussten, so war es doch fast durchgängig trocken geblieben. Am Abreisetag regnete es sich dann ordentlich ein und blieb auch während der kompletten Rückfahrt so.

Alles in allem war es ein echt toller Urlaub, den ich zu gern um einige Tage bis Wochen verlängert hätte :-) Die Wege waren rundherum super beschildert, sodass wir uns komplett ohne Kartenmaterial orientieren konnten. In der Ferienwohnung lag haufenweise Infomaterial, wo wir uns vorher die Routen ausschauten und uns im Grunde nur den Wanderparkplatz notierten. Auf den Traumschleifen gibt es an den schönsten Ausblicken bequeme Panoramabänke, sodass hier ausreichend Möglichkeiten für grandiose Pausen gegeben sind. Leider waren die überall ausgeschilderten und im Infomaterial angegeben Gastronomiemöglichkeiten entweder leerstehend oder hatten bis auf sehr wenige Ausnahmen gerade geschlossen. Doch mit genügend Pausenproviant war auch das kein Problem. Die Anwohner, die wir entlang unserer Wanderungen getroffen haben, waren stets freundlich, offen und redselig und schwärmten selbst sehr für ihre Gegend. Mina haben wir alle zwei Tage in der Ferienwohnung gelassen, damit sie sich vom Vortag ausruhen konnte. Durch ihre Leishmaniose kann sie nicht mehr so viel wandern und ist schneller erschöpft. So konnte sie tagsüber in Ruhe einige Stunden schlafen und war quietschfiedel, wenn wir zurück kamen :-)

Nun sitze ich wieder in der Dortmunder Innnstadt und vermisse die blühende Natur und die Stille der Wanderwege. Seufz.

Zum Glück ist es bis zum nächsten Urlaub nicht mehr weit :-)